Das über­gan­ge­ne Beweis­ergeb­nis – und die Inbe­griffs­rü­ge

Aus dem Umstand, dass ein bestimm­tes Beweis­ergeb­nis in den schrift­li­chen Urteils­grün­den kei­ne Erwäh­nung fin­det, kann nur dann auf die unter­blie­be­ne Berück­sich­ti­gung die­ses Ergeb­nis­ses bei der tatrich­ter­li­chen Über­zeu­gungs­bil­dung geschlos­sen wer­den, wenn der Umstand nach der zum Zeit­punkt der Urteils­fin­dung gege­be­nen Beweis­la­ge erör­te­rungs­be­dürf­tig gewe­sen wäre [1].

Das über­gan­ge­ne Beweis­ergeb­nis – und die Inbe­griffs­rü­ge

Ob die zum Gegen­stand der Ver­fah­rens­rüge gemach­te Pas­sa­ge aus der Nie­der­schrift der poli­zei­li­chen Ver­neh­mung des Zeu­gen, die im hier vom Bun­des­ge­richts­hof beur­teil­ten Fall in der Haupt­ver­hand­lung auf Antrag der Ver­tei­di­gung zur Ergän- zung der Ver­neh­mung des dama­li­gen Ver­neh­mungs­be­am­ten aus­zugs­wei­se ver­le­sen wor­den ist, von der Straf­kam­mer hät­te erör­tert wer­den müs­sen, hängt indes im vor­lie­gen­den Fall maß­geb­lich u.a. von der Aus­sa­ge des Ver­neh­mungs­be­am­ten in der Haupt­ver­hand­lung ab, deren Inhalt für den Bun­des­ge­richts­hof wegen des im Revi­si­ons­ver­fah­ren gel­ten­den Ver­bots der Rekon­struk­ti­on der tatrich­ter­li­chen Beweis­auf­nah­me [2] nicht fest­stell­bar ist.

Die erho­be­ne Inbe­griffs­rü­ge blieb daher ohne Erfolg, weil der gel­tend gemach­te Ver­stoß gegen § 261 StPO mit den Mit­teln des Revi­si­ons­ver­fah­rens nicht nach­weis­bar ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. März 2017 – 4 StR 406/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 04.08.2011 – 3 StR 120/​11, NStZ 2012, 49; Beschlüs­se vom 27.07.2005 – 2 StR 203/​05, NStZ 2006, 55 f.; vom 07.08.2007 – 4 StR 142/​07; Frisch in SK-StPO, 4. Aufl., § 337 Rn. 77 f., 84 f. mwN; Fran­ke in Löwe/​Rosenberg, StPO, 26. Aufl., § 337 Rn. 58 mwN[]
  2. vgl. Frisch aaO[]