Das gewaltsam erzwungene Pfand

Der Täter, der die Herausgabe eines Gegenstands als Pfand für eine tatsächlich nicht bestehende Forderung erzwingt, verschafft sich dadurch unmittelbar einen dem Besitzentzug stoffgleichen vermögenswerten Vorteil1.

Das gewaltsam erzwungene Pfand

Anders kann es jedoch in Fallkonstellationen der zwangsweisen Inpfandnahme einer Sache bei tatsächlich bestehender Forderung oder in Fällen liegen, in denen der Täter irrig vom Bestehen einer Forderung ausgeht2.

Ungeachtet des Umstands, dass ein Gläubiger auch bei Bestehen einer fälligen und einredefreien Forderung von Rechts wegen nicht berechtigt ist, den Schuldner zur Herausgabe eines Sicherungsmittels zu nötigen, scheidet eine Strafbarkeit wegen Erpressung in der Regel aus, weil der Täter nicht in der Absicht handelt, sich oder einen Dritten rechtswidrig zu bereichern3.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 5. Juli 2017 – 2 StR 512/16

  1. BGH, Beschluss vom 13.04.2011 – 3 StR 70/11, BGHR StGB § 253 Abs. 1 Bereicherungsabsicht 19[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 14.06.1982 – 4 StR 255/82, NJW 1982, 2265; Urteil vom 17.12 1987 – 4 StR 628/87, NStZ 1988, 216; Beschluss vom 26.02.1998 – 4 StR 54/98, NStZ-RR 1998, 235, 236; LK-StGB/Vogel, 12. Aufl. § 253 Rn. 29; differenzierend Bernsmann, NJW 1982, 2214[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 23.11.1989 – 2 StR 540/89 3; BGH, Beschluss vom 14.06.1982 – 4 StR 255/82, NJW 1982, 2265; Urteil vom 17.12 1987 – 4 StR 628/87, NStZ 1988, 216; Beschluss vom 26.02.1998 – 4 StR 54/98, NStZ-RR 1998, 235, 236[]