Der Tat­zeit­punkt zwi­schen zwei bereits abge­ur­teil­ten Taten

Wur­de die neu abzu­ur­tei­len­de Tat zwi­schen zwei Vor­ver­ur­tei­lun­gen began­gen, die unter­ein­an­der nach der Rege­lung des § 55 StGB gesamt­stra­fen­fä­hig sind, darf aus der Stra­fe für die neu abge­ur­teil­te Tat und der Stra­fe aus der letz­ten Vor­ver­ur­tei­lung kei­ne Gesamt­stra­fe gebil­det wer­den.

Der Tat­zeit­punkt zwi­schen zwei bereits abge­ur­teil­ten Taten

Der letz­ten Vor­ver­ur­tei­lung kommt, da die Taten aus bei­den Vor­ver­ur­tei­lun­gen bereits in dem frü­he­ren Erkennt­nis hät­ten geahn­det wer­den kön­nen, gesamt­stra­fen­recht­lich kei­ne eigen­stän­di­ge Bedeu­tung zu 1.

Dies gilt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs unab­hän­gig davon, ob eine nach­träg­li­che Gesamt­stra­fe tat­säch­lich gebil­det wur­de 2 oder im Ver­fah­ren nach § 460 StPO noch nach­ge­holt wer­den kann 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Juni 2016 – 4 StR 73/​16

  1. BGH, Beschluss vom 18.12 2013 – 4 StR 356/​13, NStZ-RR 2014, 74[]
  2. vgl. Beschlüs­se vom 17.11.2015 – 4 StR 276/​15, Stra­Fo 2016, 82; vom 07.05.2013 – 4 StR 111/​13, wis­tra 2013, 354; Urteil vom 12.08.1998 – 3 StR 537/​97, BGHSt 44, 179, 180 f.; Beschluss vom 22.07.1997 – 1 StR 340/​97, BGHR StGB § 55 Abs. 1 Satz 1 Zäsur­wir­kung 13[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 21.07.2009 – 5 StR 269/​09; vom 17.07.2007 – 4 StR 266/​07, NStZ-RR 2007, 369 f.; vom 07.12 1983 – 1 StR 148/​83, BGHSt 32, 190, 193[]