Der töd­li­che Unfall auf der Flucht vor der Poli­zei – der Ham­bur­ger Raser-Fall

Die Ver­ur­tei­lung des Ange­klag­ten wegen Mor­des im soge­nann­ten Ham­bur­ger Raser-Fall ist rechts­kräf­tig, der Bun­des­ge­richts­hof hat die Revi­si­on des Ange­klag­ten gegen das Urteil des Land­ge­richts Ham­burg zurück­ge­wie­sen.

Der töd­li­che Unfall auf der Flucht vor der Poli­zei – der Ham­bur­ger Raser-Fall

Das Land­ge­richt Ham­burg hat­te den zur Tat­zeit 24-jäh­ri­gen Ange­klag­ten unter ande­rem wegen Dieb­stahls sowie wegen Mor­des in Tat­ein­heit mit zwei­fa­chem ver­such­ten Mord und mit zwei­fa­cher gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung zu einer lebens­lan­gen Gesamt­frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt 1.

Der alko­ho­li­sier­te Ange­klag­te, der sich nicht im Besitz einer Fahr­erlaub­nis befand, war in den frü­hen Mor­gen­stun­den des 4. Mai 2017 mit einem von ihm kur­ze Zeit zuvor gestoh­le­nen Taxi-Fahr­zeug in der Ham­bur­ger Innen­stadt im Über­gangs­be­reich der Stra­ße An der Als­ter in die Stra­ße Fer­di­nands­tor auf der Flucht vor der ihn
ver­fol­gen­den Poli­zei bewusst auf die drei­spu­ri­ge Gegen­fahr­bahn gefah­ren. Den Stre­cken­ab­schnitt der leicht kur­vig ver­lau­fen­den und bau­lich von der übri­gen Fahr­bahn abge­trenn­ten Gegen­fahr­bahn befuhr er mit hoher Geschwin­dig­keit von bis zu 155 km/​h. Auf­grund von Kol­li­sio­nen mit dem Kant­stein der Fahr­bahn und einer Ver­kehrs­in­sel ver­lor er die Kon­trol­le über das Fahr­zeug und stieß nach Über­que­ren
einer Kreu­zung am Ein­mün­dungs­be­reich des Ball­in­damms mit einer Geschwin­dig­keit von min­des­tens 130 km/​h fron­tal mit einem ihm mit ca. 20 km/​h ent­ge­gen­kom­men­den Taxi zusam­men. Einer der Insas­sen die­ses Taxis ver­starb noch an der Unfall­stel­le, zwei wei­te­re Per­so­nen wur­den schwer ver­letzt.

Das Land­ge­richt hat mit Blick auf die wäh­rend der Ver­fol­gungs­fahrt vom Ange­klag­ten bewusst immer wei­ter gestei­ger­ten Gefah­ren beding­ten Tötungs­vor­satz ange­nom­men, weil ihm jeden­falls ab dem Zeit­punkt des Über­wech­selns auf die Gegen­fahr­bahn das Leben ande­rer und auch das eige­ne Leben gleich­gül­tig waren und u.a. das Mord­merk­mal der Ver­de­ckungs­ab­sicht bejaht. Der Bun­des­ge­richts­hof hat nun die gegen sei­ne Ver­ur­tei­lung gerich­te­te Revi­si­on des Ange­klag­ten als unbe­grün­det ver­wor­fen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Janu­ar 2019 – 4 StR 345/​18

  1. LG Ham­burg, Urteil vom 19.02.2018 – 621 Ks 12/​17[]