Die fehlende Unrechtseinsicht

Es verstößt gegen § 46 Abs. 3 StGB, wenn dem Angeklagten zur Last gelegt wird, die Tat nicht abgebrochen, sondern in dem vorliegenden Umfang begangen zu haben.

Die fehlende Unrechtseinsicht

Die Tatbegehung als solche darf dem Täter aber nicht zusätzlich angelastet werden1.

Ebenso darf nicht zum Nachteil des Angeklagten gewertet werden, dass er keine erkennbare Unrechtseinsicht gezeigt habe. Erkennbare Unrechtseinsicht kann sich zwar strafmildernd auswirken; ihr Fehlen berechtigt aber nicht ohne weiteres dazu, diesen Umstand zu Lasten des Täters zu berücksichtigen2.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 7. Oktober 2020 – 4 StR 364/20

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 27.11.2019 – 5 StR 467/19, Rn. 6 [unzulässiger Vorwurf der Tatvollendung]; Urteil vom 09.10.2019 – 5 StR 299/19, Rn. 16 [energische Verfolgung des Tatziels]; Beschluss vom 15.10.2003 – 2 StR 332/03 [mehrfache Gelegenheit, die Tat abzubrechen]; Fischer, StGB, 67. Aufl., § 46 Rn. 76b mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 25.08.2018 ? 4 StR 325/18, Rn. 5 [zum Fehlen verständlicher Motive]; Urteil vom 09.10.2013 – 2 StR 119/13, NStZRR 2014, 45, 46 mwN[]

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