Die Hanf­pflan­ze im Mais­feld

Auch bezüg­lich der auf einem Mais­feld auf­wach­sen­den Hanf­pflan­zen, die noch nicht geern­tet waren, besteht auch eine Straf­bar­keit des Züch­ters wegen Besit­zes von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge (§ 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG).

Die Hanf­pflan­ze im Mais­feld

Hin­sicht­lich die­ser Betäu­bungs­mit­tel besteht ein von einem Besitz­wil­len getra­ge­nes tat­säch­li­ches Herr­schafts­ver­hält­nis im Sin­ne einer tat­säch­li­chen Ver­fü­gungs­macht über das Rausch­gift, die es dem Züch­ter ermög­licht, mit den Betäu­bungs­mit­teln nach Belie­ben zu ver­fah­ren 1.

Die Straf­bar­keit wegen Besit­zes von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge ver­drängt inso­weit die­je­ni­ge wegen Anbaus von Betäu­bungs­mit­teln; denn der­je­ni­ge, der Can­na­bis­pflan­zen auf­zieht und dabei Besitz an ihnen hat, macht sich bei Über­schrei­ten der Gren­ze zur nicht gerin­gen Men­ge nicht nur wegen des Ver­ge­hens des Anbaus von Betäu­bungs­mit­teln nach § 29 Abs. 1 Nr. 1 BtMG, son­dern wegen des Ver­bre­chens des Besit­zes von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge straf­bar 2. Eine tat­ein­heit­li­che Abur­tei­lung schei­det inso­weit aus.

Hin­sicht­lich des Rausch­gifts, das bereits abge­ern­tet und getrock­net war, ist der Züch­ter des Her­stel­lens von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge (§ 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG) schul­dig. Er ern­te­te das Rausch­gift und mach­te es ver­brauchs­fä­hig; damit sind die Vor­aus­set­zun­gen des Her­stel­lens erfüllt 3. Hin­ter die­ser Tat­be­stand­s­al­ter­na­ti­ve tritt der hier bezüg­lich die­ser Betäu­bungs­mit­tel eben­falls gege­be­ne Auf­fang­tat­be­stand des Besit­zes von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge zurück 4.

Es liegt ins­ge­samt nur eine Tat im mate­ri­ell­recht­li­chen Sin­ne vor (§ 52 StGB). Der gleich­zei­ti­ge Besitz ver­schie­de­ner, zum Eigen­ver­brauch bestimm­ter Betäu­bungs­mit­tel durch den Ange­klag­ten ist nur als ein Ver­stoß gegen das Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz zu wer­ten. Dies gilt auch dann, wenn wie hier ver­schie­de­ne Rausch­gift­men­gen sepa­rat an unter­schied­li­chen Orten auf­be­wahrt wer­den 5 und wenn der Besitz von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge teil­wei­se hin­ter das Her­stel­len von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge zurück­tritt.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Okto­ber 2014 – 3 StR 268/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 26.01.2011 – 5 StR 555/​10 12 f. mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 26.01.2011 – 5 StR 555/​10 12; Weber, BtMG, 4. Aufl., § 29 Rn. 113 mwN[]
  3. Körner/​Patzak/​Volkmer, aaO, § 29 Teil 3 Rn. 11 ff.[]
  4. Weber, aaO, § 29a Rn.196 mwN[]
  5. BGH, Beschluss vom 12.10.2004 – 4 StR 358/​04, BGHR BtMG § 29a Abs. 1 Nr. 2 Besitz 4; Weber, aaO, § 29 Rn. 1365 mwN[]