Die (angeb­lich) ver­fris­te­te Rechts­be­schwer­de­be­grün­dung – und die Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts

Hat das Amts­ge­richt die Rechts­be­schwer­de bzw. den Antrag auf Zulas­sung der Rechts­be­schwer­de wegen angeb­li­cher Ver­säu­mung der Frist zur Begrün­dung des Rechts­mit­tels als unzu­läs­sig ver­wor­fen, kann das Rechts­be­schwer­de­ge­richt im Regel­fall zusam­men mit der Ent­schei­dung über den Antrag nach § 346 Abs. 2 StPO über die Rechtsbeschwerde/​den Antrag auf zulas­sung der Rechts­be­schwer­de ent­schei­den.

Die (angeb­lich) ver­fris­te­te Rechts­be­schwer­de­be­grün­dung – und die Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts

Nur wenn der Antrag gemäß §§ 80 Abs. 4 Satz 2 OWiG, 346 Abs. 1 StPO wegen Ver­säu­mung der Frist zur Ein­le­gung des Rechts­mit­tels ver­wor­fen wur­de, beginnt – abwei­chend von § 345 Abs. 1 StPO – erst mit der Bekannt­ma­chung der Ent­schei­dung des Rechts­be­schwer­de­ge­richts gemäß § 346 Abs. 2 StPO die Frist zur Begrün­dung des Rechts­mit­tels zu lau­fen [1]. Der dafür maß­geb­li­che Grund, dass dem Beschwer­de­füh­rer nicht zuge­mu­tet wer­den kann, ein als unzu­läs­sig ver­wor­fe­nes Rechts­mit­tel vor­sorg­lich zu begrün­den, trifft indes im vor­lie­gen­den Fall nicht zu [2].

Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he, Beschluss vom 6. Febru­ar 2017 – 2 (6) SsRs 723/​16

  1. OLG Karls­ru­he Die Jus­tiz 1988, 314; Bay­O­bLG DAR 1987, 316 [Bär][]
  2. anders für die Son­der­kon­stel­la­ti­on, dass die Zustel­lung des Urteils, mit der die Begrün­dungs­frist in Gang gesetzt wird, erst nach der Ver­wer­fung nach § 346 Abs. 1 StPO bewirkt wird: OLG Karls­ru­he MDR 1984, 250; Bay­O­bLG MDR 1988, 166[]