Die infor­mel­le Ver­stän­di­gung im Straf­ver­fah­ren – und die Bin­dung des Straf­rich­ters

Außer­halb einer Ver­stän­di­gung gemäß § 257c StPO besteht kei­ne Bin­dung des Tat­ge­richts an den von ihm für den Fall des Zustan­de­kom­mens einer Abspra­che in Aus­sicht gestell­ten Straf­rah­men 1.

Die infor­mel­le Ver­stän­di­gung im Straf­ver­fah­ren – und die Bin­dung des Straf­rich­ters

Der Ange­klag­te muss­te daher, als er mit­teil­te, dem Ver­stän­di­gungs­vor­schlag des Vor­sit­zen­den bei­tre­ten zu wol­len, in Betracht zie­hen, dass eine Ver­stän­di­gung auf die­ser Grund­la­ge nicht zustan­de kommt. Anhalts­punk­te dafür, das Land­ge­richt habe die ver­bind­li­che Zusa­ge abge­ge­ben, den vom Vor­sit­zen­den unter­brei­te­ten Ver­stän­di­gungs­vor­schlag für sich auch für den Fall als bin­dend anzu­se­hen, dass die ange­streb­te Ver­stän­di­gung nicht zustan­de kommt, bestehen nicht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Febru­ar 2018 – 1 StR 606/​17

  1. vgl. BGH, Urteil vom 25.07.2017 – 5 StR 176/​17, NStZ-RR 2017, 351 mwN[]
  2. vgl. zur Bin­dungs­wir­kung von Zusa­gen des Gerichts auch BGH, Urteil vom 30.06.2011 – 3 StR 39/​11, BGHR StPO vor § 1/​fai­res Ver­fah­ren Hin­weis­pflicht 7 und Moldenhauer/​Wenske, KK-StPO, 7. Aufl., § 257c Rn. 45 ff.[]