DNA-Gut­ach­ten – und ihre Dar­stel­lung in den Urteils­grün­den

Das Tat­ge­richt hat in den Fäl­len, in denen es dem Gut­ach­ten eines Sach­ver­stän­di­gen folgt, die wesent­li­chen Anknüp­fungs­tat­sa­chen und Aus­füh­run­gen des Gut­ach­ters so dar­zu­le­gen, dass das Rechts­mit­tel­ge­richt prü­fen kann, ob die Beweis­wür­di­gung auf einer trag­fä­hi­gen Tat­sa­chen­grund­la­ge beruht und die Schluss­fol­ge­run­gen nach den Geset­zen der Logik, den Erfah­rungs­sät­zen des täg­li­chen Lebens und den Erkennt­nis­sen der Wis­sen­schaft mög­lich ist.

DNA-Gut­ach­ten – und ihre Dar­stel­lung in den Urteils­grün­den

Für die Dar­stel­lung des Ergeb­nis­ses einer auf einer mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Ver­gleichs­un­ter­su­chung beru­hen­den Wahr­schein­lich­keits­be­rech­nung ist danach erfor­der­lich, dass der Tatrich­ter mit­teilt, wie vie­le Sys­te­me unter­sucht wur­den, ob und inwie­weit sich Über­ein­stim­mun­gen in den unter­such­ten Sys­te­men erge­ben haben, mit wel­cher Wahr­schein­lich­keit die fest­ge­stell­te Merk­mals­kom­bi­na­ti­on zu erwar­ten ist und, sofern der Ange­klag­te einer frem­den Eth­nie ange­hört, inwie­weit die­ser Umstand bei der Aus­wahl der Ver­gleichs­po­pu­la­ti­on von Bedeu­tung war 1.

Die­sen Anfor­de­run­gen wer­den Urteils­grün­de, die sich weder zur Anzahl der unter­such­ten Sys­te­me noch zu den sich in den unter­such­ten Sys­te­men erge­ben­den Über­ein­stim­mun­gen ver­hal­ten, nicht gerecht.

Hat das Gericht sei­ne Über­zeu­gung von der Täter­schaft des Ange­klag­ten maß­geb­lich auf das Ergeb­nis des DNA-Gut­ach­tens gestützt hat, beruht das Urteil auf die­sem Dar­stel­lungs­man­gel.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 7. Juli 2016 – 4 StR 558/​15

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 21.03.2013 – 3 StR 247/​12, BGHSt 58, 212, 217; vom 05.06.2014 – 4 StR 439/​13, NStZ 2014, 477 ff.; Beschlüs­se vom 19.01.2016 – 4 StR 484/​15, NStZ-RR 2016, 118 f.; vom 12.04.2016 – 4 StR 18/​16 Rn. 4[]