Ein­sichts­fä­hig – steue­rungs­fä­hig – schuldfähig

Ein Schuld­spruch kann kei­nen Bestand haben, wenn es an einer die Annah­me vor­han­de­ner Ein­sichts­fä­hig­keit des Ange­klag­ten bei der Tat­be­ge­hung (§ 20 StGB) tra­gen­den Beweis­wür­di­gung fehlt.

Ein­sichts­fä­hig – steue­rungs­fä­hig – schuldfähig

Die Fest­stel­lun­gen zur Schuld­fä­hig­keit haben, nach­dem die Ein­sichts­fä­hig­keit des Ange­klag­ten nicht rechts­feh­ler­frei bejaht wur­de, ins­ge­samt kei­nen Bestand, weil eine Aus­sa­ge über die Steue­rungs­fä­hig­keit nur bei rechts­feh­ler­frei fest­ge­stell­ter Ein­sichts­fä­hig­keit getrof­fen wer­den kann [1] und die Abgren­zung von feh­len­der Ein­sichts­fä­hig­keit und ein­ge­schränk­ter oder feh­len­der Steue­rungs­fä­hig­keit auch nicht offen­blei­ben darf [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Sep­tem­ber 2020 – 1 StR 324/​20

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 08.04.2003 – 3 StR 79/​03 Rn. 9 mwN; und vom 11.07.2017 – 3 StR 90/​17 Rn. 12 f. mwN; Fischer, StGB, 67. Aufl., § 20 Rn. 3 und 44b mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 11.07.2017 – 3 StR 90/​17 Rn. 12 f. mwN; Fischer, aaO[]

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