Ent­zie­hungs­an­stalt – und die Fra­ge des Hangs

Für einen Hang im Sin­ne des § 64 StGB ist aus­rei­chend eine ein­ge­wur­zel­te, auf psy­chi­sche Dis­po­si­ti­on zurück­ge­hen­de oder durch Übung erwor­be­ne Nei­gung, immer wie­der Rausch­mit­tel zu kon­su­mie­ren.

Ent­zie­hungs­an­stalt – und die Fra­ge des Hangs

Dabei muss die­se Nei­gung noch nicht den Grad einer phy­si­schen Abhän­gig­keit erreicht haben 1.

Die unter­las­se­ne Prü­fung der Maß­re­gel­an­ord­nung nach § 64 StGB zieht gemäß § 5 Abs. 3 JGG die Auf­he­bung des Rechts­fol­gen­aus­spruchs nach sich.

Nach die­ser Vor­schrift ist, soweit die Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt anzu­ord­nen ist, von der Ver­hän­gung einer Jugend­stra­fe abzu­se­hen, wenn die Maß­re­gel­an­ord­nung die Ahn­dung durch Jugend­stra­fe ent­behr­lich macht. Da eine ent­spre­chen­de Prü­fung und Ent­schei­dung im ange­foch­te­nen Urteil fehlt, führt dies zur Auf­he­bung des Aus­spruchs über die Jugend­stra­fe 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Juli 2018 – 1 StR 156/​18

  1. BGH, Beschluss vom 23.08.2017 – 1 StR 269/​17[]
  2. BGH, Beschluss vom 03.01.1997 – 3 StR 549/​96; Beschluss vom 25.11.2014 – 5 StR 509/​14[]