Ent­zie­hungs­an­stalt – trotz The­ra­pie­un­wil­lig­keit

Die aktu­el­le The­ra­pie­un­wil­lig­keit des Ange­klag­ten steht sei­ner Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt nicht not­wen­dig ent­ge­gen.

Ent­zie­hungs­an­stalt – trotz The­ra­pie­un­wil­lig­keit

The­ra­pie­un­wil­lig­keit kann zwar im Ein­zel­fall gegen die Erfolgs­aus­sicht der Maß­re­gel (§ 64 Satz 2 StGB) spre­chen. Liegt sie vor, so ist es jedoch gebo­ten, im Rah­men einer Gesamt­wür­di­gung der Täter­per­sön­lich­keit und aller sons­ti­gen maß­geb­li­chen Umstän­de die Grün­de des Moti­va­ti­ons­man­gels fest­zu­stel­len und zu prü­fen, ob eine The­ra­pie­be­reit­schaft für eine erfolg­ver­spre­chen­de Behand­lung geweckt wer­den kann.

Denn gera­de auch dar­in kann das Ziel einer Behand­lung im Maß­re­gel­voll­zug bestehen [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. April 2016 – 3 StR 566/​15

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 19.03.2004 – 2 StR 513/​03, NStZ-RR 2004, 263; vom 15.12 2009 – 3 StR 516/​09, NStZ-RR 2010, 141[]