Euro­päi­scher Haft­be­fehl – und die Gesamt­stra­fen­bil­dung

Ist ein Ange­klag­ter auf­grund eines Euro­päi­schen Haft­be­fehls aus­ge­lie­fert wor­den, umfasst dies nicht auto­ma­tisch auch eine Aus­lie­fe­rungs­be­wil­li­gung zur Voll­stre­ckung einer bereits rechts­kräf­tig ver­häng­ten Stra­fe.

Euro­päi­scher Haft­be­fehl – und die Gesamt­stra­fen­bil­dung

Bei die­ser Ver­fah­rens­la­ge ver­stößt die Ein­be­zie­hung der Ein­zel­frei­heits­stra­fen aus dem frü­he­ren Straf­be­fehl in die Gesamt­frei­heits­stra­fe gegen den Grund­satz der Spe­zia­li­tät (§ 83h Abs. 1 IRG).

Die Nicht­be­ach­tung des aus­lie­fe­rungs­recht­li­chen Spe­zia­li­täts­grund­sat­zes bewirkt ein Voll­stre­ckungs­hin­der­nis.

Eine wegen die­ses Hin­der­nis­ses nicht voll­streck­ba­re Stra­fe darf nicht in eine Gesamt­stra­fe ein­be­zo­gen wer­den 1.

  1. BGH, Beschlüs­se vom 04.02.2013 – 3 StR 395/​12, NStZ-RR 2013, 178; vom 25.06.2014 – 1 StR 218/​14, NStZ 2014, 590 mwN[]