Gesamt­stra­fen­bil­dung mit einem offen­sicht­lich feh­ler­haf­tem frü­he­ren Urteil

Die nach­träg­li­che Gesamt­stra­fen­bil­dung gemäß § 55 Abs. 1 StGB knüpft allein an der Rechts­kraft der frü­he­ren Ver­ur­tei­lung an. Die (sach­li­che) Rich­tig­keit die­ser Ent­schei­dung hat das neu ent­schei­den­de Gericht grund­sätz­lich nicht zu prü­fen 1.

Gesamt­stra­fen­bil­dung mit einem offen­sicht­lich feh­ler­haf­tem frü­he­ren Urteil

Die­ser Grund­satz kann auch nicht im Rah­men der Ent­schei­dung gemäß § 53 Abs. 2 Satz 2 StGB umgan­gen wer­den, zumal das dort ein­ge­räum­te Ermes­sen (allein) nach Straf­zu­mes­sungs­ge­sichts­punk­ten aus­zu­üben ist 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Dezem­ber 2014 – 4 StR 486/​14

  1. vgl. SSW-StG­B/E­schel­bach, 2. Aufl., § 55 Rn. 14 f.; Ris­sing­van Saan in LK-StGB, 12. Aufl., § 55 Rn. 4 jeweils mwN; zur frü­he­ren Ver­ur­tei­lung trotz eines ent­ge­gen­ste­hen­den Ver­fah­rens­hin­der­nis­ses auch: BGH, Urteil vom 11.11.1955 – 1 StR 409/​55, BGHSt 8, 269, 271; Urteil vom 10.08.1982 – 5 StR 412/​82, wis­tra 1982, 227, 228; anders bei einer auch der Gesamt­stra­fen­bil­dung als sol­cher ent­ge­gen­ste­hen­den Ver­fah­rens­vor­aus­set­zung: BGH, Beschluss vom 12.08.1997 – 4 StR 345/​97, NStZ-RR 1998, 6[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 11.06.2002 – 1 StR 142/​02, NStZ-RR 2002, 264; SSW-StG­B/E­schel­bach, aaO, § 53 Rn. 14[]