Heim­lich gefer­tig­te Ton- oder Video­auf­nah­men

Bei heim­lich gefer­tig­ten Audio- oder Video­auf­nah­men besteht nicht in jedem Fall ein Beweis­ver­wer­tungs­ver­bot.

Heim­lich gefer­tig­te Ton- oder Video­auf­nah­men

Doku­men­tie­ren die Audio- oder Video­da­tei­en unmit­tel­bar die dem Ange­klag­ten zur Last lie­gen­de Tat, deren voll­stän­di­ge Auf­klä­rung im beson­de­ren öffent­li­chen Inter­es­se liegt, so ist der abso­lut geschütz­te Kern­be­reich der Per­sön­lich­keits­ent­fal­tung (Art. 2 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 1 Abs. 1 GG) durch eine Ver­wer­tung im Straf­pro­zess nicht berührt, weil das öffent­li­che Inter­es­se an einer umfas­sen­den Auf­klä­rung der Straf­tat über­wiegt [1].

Bei die­ser Sach­la­ge schei­det die Annah­me eines Beweis­ver­wer­tungs­ver­bots aus.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 7. Janu­ar 2016 – 2 StR 202/​15

  1. vgl. dazu BGH, Urteil vom 22.12 2011 – 2 StR 509/​10, BGHSt 57, 71[]