Koks-Ein­fuhr durch Body­pa­cker

Ein­ge­führt ist das Betäu­bungs­mit­tel, wenn es aus dem Aus­land über die Gren­ze in das Hoheits­ge­biet der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gebracht wird, wobei das Delikt mit dem Pas­sie­ren der Gren­ze voll­endet ist 1.

Koks-Ein­fuhr durch Body­pa­cker

In Abgren­zung zur Durch­fuhr (§ 29 Abs. 1 Nr. 5 BtMG) ver­langt die Tat­mo­da­li­tät der Ein­fuhr dabei, dass dem Täter das Betäu­bungs­mit­tel in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land tat­säch­lich zur Ver­fü­gung steht 2.

Die­se Vor­aus­set­zung liegt auch vor, wenn der Täter die Dro­ge ver­schluckt hat (Body­pa­cker), deren Bestim­mungs­ort im Aus­land liegt und der Auf­ent­halt im Inland auf­grund des gewähl­ten Trans­port­we­ges nur vor­über­ge­hend ist.

Die­se Vor­aus­set­zung liegt auch vor, wenn der Täter die Dro­ge ver­schluckt hat (Body­pa­cker), deren Bestim­mungs­ort im Aus­land liegt und der Auf­ent­halt im Inland auf­grund des gewähl­ten Trans­port­we­ges nur vor­über­ge­hend ist.

Auf die Aus­schei­dung des Betäu­bungs­mit­tels wäh­rend der Tran­sit­zeit kommt es eben so wenig an wie auf die Aus­schei­dungs­dau­er 3.

Der Wil­le, schnellst­mög­lich ins Aus­land zu gelan­gen, steht weder der Ver­fü­gungs­mög­lich­keit über das inkor­po­rier­te Koka­in noch sonst dem objek­tiv zu bestim­men­den Tat­be­stands­merk­mal der Ein­fuhr ent­ge­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Juni 2015 – 3 StR 219/​15

  1. BGH, Beschluss vom 15.02.2011 – 1 StR 676/​10, BGHSt 56, 162, 165[]
  2. BGH, Urteil vom 04.05.1983 – 2 StR 661/​82, BGHSt 31, 374, 375; Weber, BtMG, 4. Aufl., § 29 Rn. 872[]
  3. Weber aaO, Rn. 881; Körner/​Patzak/​Volkmer, BtMG, 7. Aufl., § 29 Teil 5 Rn. 177; aA Münch­Komm-StG­B/­Kotz, 2. Aufl., § 29 BtMG Rn. 748; O?lakc?o?lu/Henne-Bruns/Wittau, NStZ 2011, 73, 75[]