Kom­pen­sa­ti­on für Ver­fah­rens­ver­zö­ge­run­gen

Wird das Straf­ver­fah­ren unter Ver­stoß gegen Art. 6 Abs. 1 Satz 1 EMRK in rechts­staats­wid­ri­ger Wei­se ver­zö­gert,

Kom­pen­sa­ti­on für Ver­fah­rens­ver­zö­ge­run­gen

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist die Kom­pen­sa­ti­on für rechts­staats­wid­ri­ge Ver­fah­rens­ver­zö­ge­run­gen nicht mit dem Umfang der Ver­zö­ge­rung gleich­zu­set­zen, son­dern hat nach den Umstän­den des Ein­zel­fal­les grund­sätz­lich einen eher gerin­gen Bruch­teil der Stra­fe zu betra­gen [1].

Eine neben die Kom­pen­sa­ti­on wegen rechts­staats­wid­ri­ger Ver­fah­rens­ver­zö­ge­rung tre­ten­de Berück­sich­ti­gung der seit Tat­be­ge­hung ver­gan­ge­nen Zeit bei der Straf­zu­mes­sung und infol­ge­des­sen die Auf­he­bung des Straf­aus­spruchs ist im hier ent­schie­de­nen FAll mit Blick auf die ver­häng­te Frei­heits­stra­fe von einem Jahr und die getrof­fe­ne Bewäh­rungs­ent­schei­dung nicht gebo­ten, zumal sich der Ange­klag­te, soweit aus den teil­re­kon­stru­ier­ten Sach­ak­ten ersicht­lich, nicht in Unter­su­chungs­haft befand.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Febru­ar 2015 – 4 StR 391/​14

  1. vgl. nur BGH, Beschluss vom 07.06.2011 – 4 StR 643/​10, BGHR MRK Art. 6 Abs. 1 Satz 1 Ver­fah­rens­ver­zö­ge­rung 41 mwN[]