Kriegs­ver­bre­chen gegen Per­so­nen

Nach § 8 Abs. 6 Nr. 2, 3 VStGB sind sol­che Per­so­nen nach dem huma­ni­tä­ren Völ­ker­recht zu schüt­zen, die nicht unmit­tel­bar an den Feind­se­lig­kei­ten teil­neh­men und sich in der Gewalt der geg­ne­ri­schen Par­tei befin­den.

Kriegs­ver­bre­chen gegen Per­so­nen

Ange­hö­ri­ge der Streit­kräf­te und Kämp­fer der geg­ne­ri­schen Par­tei unter­fal­len § 8 Abs. 6 Nr. 3 VStGB, wenn sie die Waf­fen gestreckt haben oder in sons­ti­ger Wei­se wehr­los sind.

Das Tat­be­stands­merk­mal der unmensch­li­chen Behand­lung durch Zufü­gen erheb­li­cher kör­per­li­cher Lei­den ist weit aus­zu­le­gen: Es erfasst das Zufü­gen erheb­li­cher kör­per­li­cher oder see­li­scher Schä­den oder Lei­den; die Erheb­lich­keit ist unter Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de des Fal­les zu beur­tei­len, ins­be­son­de­re der Art der Hand­lung sowie ihres Kon­tex­tes. Das Aus­maß der Beein­träch­ti­gung muss über das­je­ni­ge einer kör­per­li­chen Miss­hand­lung im Sin­ne der ein­fa­chen Kör­per­ver­let­zung von § 223 StGB deut­lich hin­aus­ge­hen 1.

Der erfor­der­li­che funk­tio­na­le Zusam­men­hang mit einem bewaff­ne­ten Kon­flikt ist gege­ben, wenn das Vor­lie­gen des bewaff­ne­ten Kon­flikts für die Fähig­keit des Täters, das Ver­bre­chen zu bege­hen, für sei­ne Ein­stel­lung zur Tat­be­ge­hung, für die Art und Wei­se der Bege­hung oder für den Zweck der Tat von wesent­li­cher Bedeu­tung war; die Tat darf nicht ledig­lich "bei Gele­gen­heit" des bewaff­ne­ten Kon­flikts began­gen wer­den. Eine Tat­aus­füh­rung wäh­rend lau­fen­der Kampf­hand­lun­gen oder eine beson­de­re räum­li­che Nähe dazu sind hin­ge­gen nicht erfor­der­lich 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Sep­tem­ber 2018 – StB 40/​18

  1. BGH, Beschluss vom 17.11.2016 – AK 54/​16 27[]
  2. BGH, Beschluss vom 17.11.2016 – AK 54/​16 29[]