Lega­les Ver­hal­ten – und der Anfangs­ver­dacht einer Straf­tat

Steht fest, dass eine Straf­tat began­gen wur­de, kann aus einem lega­len Ver­hal­ten einer Per­son wie bei­spiels­wei­se dem Erwerb eines Mes­sers ohne Wei­te­res auf einen Anfangs­ver­dacht geschlos­sen wer­den1.

Lega­les Ver­hal­ten – und der Anfangs­ver­dacht einer Straf­tat

Anders zu beur­tei­len sind Fäl­le, vor­lie­gen­de, in denen eine kon­kre­te Straf­tat noch nicht bekannt ist, bestimm­te lega­le Hand­lun­gen einer Per­son es jedoch nach kri­mi­na­lis­ti­scher Erfah­rung mög­lich erschei­nen las­sen, dass sich die Per­son straf­bar gemacht hat.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts kann in sol­chen Fäl­len ein Anfangs­ver­dacht für die Bege­hung einer Straf­tat durch ein an sich lega­les Ver­hal­ten begrün­det wer­den, wenn wei­te­re Anhalts­punk­te hin­zu­tre­ten2.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 20. Sep­tem­ber 2018 – 2 BvR 708/​18

  1. vgl. Schmitt, in: Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 61. Aufl.2018, § 152 Rn. 4a; Hoven, in: Fischer/​Hoven, Ver­dacht, 1. Aufl.2016, S. 117, 121 und 132 []
  2. vgl. BVerfGK 5, 84, 90; 8, 332, 336; BVerfG, Beschluss vom 23.03.1994 – 2 BvR 396/​94 16 – 19; BVerfG, Beschluss vom 15.08.2014 – 2 BvR 969/​14 38; sie­he dazu auch LG Regens­burg, Beschluss vom 10.10.2014 – 2 Qs 41/​14, BeckRS 2014, 100231, Rn. 17; Schmitt, in: Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 61. Aufl.2018, § 152 Rn. 4a; Jahn, in: Fischer/​Hoven, Ver­dacht, 1. Aufl.2016, S. 147, 157; Hoven, NStZ 2014, S. 361, 365 ff. []