Min­der schwe­rer Fall – und die Straf­rah­men­wahl

Das Tat­ge­richt ist zwar bei der Straf­rah­men­wahl ver­pflich­tet, in einer Gesamt­wür­di­gung zu prü­fen, ob es den nach § 49 StGB gemil­der­ten Regel­straf­rah­men oder den­je­ni­gen eines min­der schwe­ren Falls anwen­det 1.

Min­der schwe­rer Fall – und die Straf­rah­men­wahl

Es ist indes nicht ver­pflich­tet, den jeweils für den Ange­klag­ten güns­ti­ge­ren Straf­rah­men zugrun­de zu legen; es unter­liegt viel­mehr sei­ner pflicht­ge­mä­ßen Ent­schei­dung, wel­chen Straf­rah­men es wählt 2.

Der Zwei­fels­satz fin­det inso­fern kei­ne Anwen­dung.

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 11.08.1987 – 3 StR 341/​87, BGHR StGB vor § 1 min­der schwe­rer Fall Straf­rah­men­wahl 4[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 03.05.1966 – 5 StR 173/​66, BGHSt 21, 57, 59; vom 19.01.1982 – 1 StR 734/​81, NStZ 1982, 200; Lackner/​Kühl, StGB, 28. Aufl., § 50 Rn. 2; Schä­fer/​Sander/​van Gemme­ren, Pra­xis der Straf­zu­mes­sung, 5. Aufl., Rn. 933; aA Theu­ne in LK-StGB, 12. Aufl., § 50 Rn. 15 f.; Horn/​Wolters, SK-StGB, 8. Aufl., § 50 Rn. 5; Fischer, StGB, 62. Aufl., § 50 Rn. 5[]