Nicht­an­zei­ge geplan­ter Straf­ta­ten – und der Ver­dacht der eige­nen Betei­li­gung

Eine Ver­ur­tei­lung wegen Nicht­an­zei­ge geplan­ter Straf­ta­ten wird nicht dadurch aus­ge­schlos­sen, dass der Ver­dacht der Betei­li­gung an einer in § 138 Abs. 1 und 2 StGB bezeich­ne­ten Kata­log­tat fort­be­steht 1.

Nicht­an­zei­ge geplan­ter Straf­ta­ten – und der Ver­dacht der eige­nen Betei­li­gung

In der ange­klag­ten Betei­li­gung an einer Kata­log­tat des § 138 StGB ist zugleich – im Sin­ne pro­zes­sua­ler Tati­den­ti­tät (vgl. §§ 264, 155 StPO) – der Vor­wurf ent­hal­ten, die beab­sich­tig­te Bege­hung die­ses Delikts nicht ange­zeigt zu haben. Die Ver­fah­rens­vor­aus­set­zung einer wirk­sa­men Ankla­ge­er­he­bung für die Ver­fol­gung der Tat nach § 138 StGB liegt somit vor. Die­ser Vor­wurf unter­steht damit eben­falls tatrich­ter­li­cher Kogni­ti­on 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Okto­ber 2016 – 4 StR 254/​16

  1. BGH, Urteil vom 19.05.2010 – 5 StR 464/​09, BGHSt 55, 148[]
  2. BGH, Urteil vom 19.05.2010 – 5 StR 464/​09 Rn.19 mwN, inso­weit in BGHSt nicht abge­druckt[]