Per­sön­lich­keits­stö­rung – und die Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus

Eine dia­gnos­ti­zier­te Per­sön­lich­keits­stö­rung kann die Annah­me einer schwe­ren ande­ren see­li­schen Abar­tig­keit nur dann begrün­den, wenn sie Sym­pto­me auf­weist, die in ihrer Gesamt­heit das Leben eines Ange­klag­ten ver­gleich­bar schwer und mit ähn­li­chen Fol­gen stö­ren, belas­ten oder ein­engen wie krank­haf­te see­li­sche Stö­run­gen [1].

Per­sön­lich­keits­stö­rung – und die Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus

Han­delt es sich – wie bei der hier dia­gnos­ti­zier­ten "dis­so­zia­len Per­sön­lich­keits­stö­rung" – um ein eher unspe­zi­fi­sches Stö­rungs­bild, das immer auch noch als – mög­li­cher­wei­se extre­me – Spiel­art mensch­li­chen Wesens ein­zu­ord­nen sein kann, wird der Grad einer "schwe­ren ande­ren see­li­schen Abar­tig­keit" regel­mä­ßig erst dann erreicht, wenn der Täter aus einem mehr oder weni­ger unwi­der­steh­li­chen Zwang her­aus gehan­delt hat [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Febru­ar 2015 – 4 StR 498/​14

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 14.08.2014 – 4 StR 163/​14, Rn. 27, NJW 2014, 3382, 3384; Urteil vom 26.04.2007 – 4 StR 7/​07, NStZ-RR 2008, 274; Beschluss vom 21.09.2004 – 3 StR 333/​04, NStZ 2005, 326, 327; Urteil vom 21.01.2004 – 1 StR 346/​03, BGHSt 49, 45, 52 f.; Beschluss vom 21.10.1998 – 3 StR 416/​98; NStZ-RR 1999, 136 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 23.10.2007 – 4 StR 358/​07, NStZ-RR 2008, 70, 71; Beschluss vom 25.02.2003 – 4 StR 30/​03, NStZ-RR 2003, 165, 166; Beschluss vom 06.02.1997 – 4 StR 672/​96, BGHSt 42, 385, 388[]