Rück­tritt vom unbe­en­de­ten Ver­such

Der Ver­such der Tat ist unbe­en­det, wenn die Voll­endung aus der Sicht des Täters noch mög­lich ist. In Fäl­len unbe­en­de­ten Ver­suchs genügt blo­ßes Auf­ge­ben wei­te­rer Tat­aus­füh­rung und Nicht­wei­ter­han­deln, um die straf­be­frei­en­de Wir­kung des Rück­tritts zu erlan­gen.

Rück­tritt vom unbe­en­de­ten Ver­such

Abzu­gren­zen sind die Fäl­le des fehl­ge­schla­ge­nen Ver­suchs, in denen ent­we­der der Erfolgs­ein­tritt objek­tiv nicht mehr mög­lich ist oder der Täter ihn nicht mehr für mög­lich hält. Beim fehl­ge­schla­ge­nen Ver­such ist der Rück­tritt aus­ge­schlos­sen. Ein Fall des fehl­ge­schla­ge­nen Ver­suchs liegt jedoch nicht vor, wenn der Täter nach anfäng­li­chem Miss­lin­gen des vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs sogleich zu der Annah­me gelangt, er kön­ne ohne zeit­li­che Zäsur mit den bereits ein­ge­setz­ten oder ande­ren bereit­ste­hen­den Mit­teln die Tat noch voll­enden [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Dezem­ber 2016 – 2 StR 440/​16

  1. BGH, Beschluss vom 19.05.1993 – GSSt 1/​93, BGHSt 39, 221, 228[]