Schäd­li­che Nei­gun­gen

Schäd­li­che Nei­gun­gen im Sin­ne von § 17 Abs. 2 JGG sind erheb­li­che Anla­ge- oder Erzie­hungs­män­gel, die ohne län­ge­re Gesam­terzie­hung des Täters die Gefahr wei­te­rer Straf­ta­ten begrün­den.

Schäd­li­che Nei­gun­gen

Vor­aus­set­zung ist fer­ner, dass die schäd­li­chen Nei­gun­gen auch noch zum Urteils­zeit­punkt bestehen und wei­te­re Straf­ta­ten befürch­ten las­sen 1.

Der Umstand, dass der ange­klag­te Jugend­li­che nach Bege­hung der abge­ur­teil­ten Taten, die im Urteils­zeit­punkt mehr als zwei Jah­re zurück lagen, nicht mehr straf­fäl­lig gewor­den ist, kann dar­auf hin­deu­ten, dass eine Gefahr künf­ti­ger Straf­ta­ten nicht mehr besteht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Febru­ar 2015 – 4 StR 37/​15

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 10.03.1992 – 1 StR 105/​92, BGHR JGG § 17 Abs. 2 Schäd­li­che Nei­gun­gen 5; Beschluss vom 13.11.2013 – 2 StR 455/​13, BGHR JGG § 17 Abs. 2 Schäd­li­che Nei­gun­gen 11, jeweils mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 13.11.2013 aaO[]