Schmug­gel­zi­ga­ret­ten – und die Fra­ge der Kon­kur­ren­zen

Ver­schafft sich ein Täter in einem ande­ren EU-Mit­glieds­staat (hier: die Nie­der­lan­de) Tabak­wa­ren, hin­sicht­lich deren bei der Ein­fuhr in das Zoll­ge­biet der Euro­päi­schen Uni­on Ein­fuhr­ab­ga­ben hin­ter­zo­gen wur­den, und führt er die­se Tabak­wa­ren nach Deutsch­land ein, ste­hen die durch Unter­las­sen began­ge­ne Hin­ter­zie­hung deut­scher Tabak­steu­er und die zuvor im Aus­land durch akti­ves Tun began­ge­ne Steu­er­heh­le­rei im Ver­hält­nis der Tat­mehr­heit nach § 53 StGB 1.

Schmug­gel­zi­ga­ret­ten – und die Fra­ge der Kon­kur­ren­zen

In die­sem Fall ist aller­dings auch die Berech­nung der Ein­fuhr­um­satz­steu­er anhand der deut­schen Umsatz­steu­er rechts­feh­ler­haft; anzu­wen­den ist viel­mehr die im Tat­zeit­raum gel­ten­de nie­der­län­di­sche Umsatz­steu­er. Als Bemes­sungs­grund­la­ge der inso­weit vor­zu­neh­men­den Ver­brauch­steu­er­be­rech­nung ist die nie­der­län­di­sche Tabak­steu­er, nicht die deut­sche Tabak­steu­er her­an­zu­zie­hen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Janu­ar 2016 – 1 StR 530/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 28.08.2008 – 1 StR 443/​08, NStZ 2009, 159; hier­zu umfas­send auch Allgayer/​Sackreuther, PStR 2009, 44[]
  2. vgl. auch BGH, aaO[]