Kon­kur­renz­ver­hält­nis­se bei Steu­er­straf­ta­ten

Bei der Beur­tei­lung der Kon­kur­renz­ver­hält­nis­se von Steu­er­straf­ta­ten gilt nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs, dass die Abga­be jeder ein­zel­nen unrich­ti­gen Steu­er­erklä­rung grund­sätz­lich als selb­stän­di­ge Tat im Sin­ne von § 53 StGB zu wer­ten ist.

Kon­kur­renz­ver­hält­nis­se bei Steu­er­straf­ta­ten

Von Tat­mehr­heit ist also dann aus­zu­ge­hen, wenn die abge­ge­be­nen Steu­er­erklä­run­gen ver­schie­de­ne Steu­er­ar­ten, ver­schie­de­ne Besteue­rungs­zeit­räu­me oder ver­schie­de­ne Steu­er­pflich­ti­ge betref­fen.

Aus­nahms­wei­se kann jedoch Tat­ein­heit (§ 52 StGB) vor­lie­gen, wenn die Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen durch die­sel­be Erklä­rung bewirkt wer­den oder wenn meh­re­re Steu­er­erklä­run­gen durch eine kör­per­li­che Hand­lung gleich­zei­tig abge­ge­ben wer­den. Ent­schei­dend dabei ist, dass die Abga­be im äuße­ren Vor­gang zusam­men­fällt und über­dies in den Erklä­run­gen über­ein­stim­mend unrich­ti­ge Anga­ben über die Besteue­rungs­grund­la­gen ent­hal­ten sind 1.

Über­ein­stim­men­de unrich­ti­ge Anga­ben im Sin­ne die­ser Recht­spre­chung kön­nen bei­spiels­wei­se im Ver­hält­nis von Kör­per­schaft­steu­er­hin­ter­zie­hung, Gewer­be­steu­er­hin­ter­zie­hung und Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung 2 oder im Ver­hält­nis von Ein­kom­men­steu­er, Gewer­be­steu­er- und Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung 3 vor­lie­gen.

Denn hier wer­den über­ein­stim­men­de unrich­ti­ge Anga­ben regel­mä­ßig des­halb abge­ge­ben, weil der Täter sich bei unter­schied­li­chen Anga­ben über die steu­er­lich erheb­li­chen Tat­sa­chen in den ver­schie­de­nen Steu­er­erklä­run­gen, die letzt­lich den­sel­ben Lebens­sach­ver­halt betref­fen, einem erhöh­tem Ent­de­ckungs­ri­si­ko aus­set­zen wür­de 3.Denn hier wer­den über­ein­stim­men­de unrich­ti­ge Anga­ben regel­mä­ßig des­halb abge­ge­ben, weil der Täter sich bei unter­schied­li­chen Anga­ben über die steu­er­lich erheb­li­chen Tat­sa­chen in den ver­schie­de­nen Steu­er­erklä­run­gen, die letzt­lich den­sel­ben Lebens­sach­ver­halt betref­fen, einem erhöh­tem Ent­de­ckungs­ri­si­ko aus­set­zen wür­de 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Mai 2017 – 1 StR 418/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 21.03.1985 – 1 StR 583/​84, BGHSt 33, 163; Urtei­le vom 28.10.2004 – 5 StR 276/​04, NStZ-RR 2005, 53; und vom 27.10.2015 – 1 StR 373/​15, BGHSt 61, 28, Rn.20 ff., jeweils mwN
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 20.09.1995 – 5 StR 197/​95, wis­tra 1996, 62
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 05.03.1996 – 5 StR 73/​96, wis­tra 1996, 231