Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung – der Stroh­mann als Unter­neh­mer

Zur Abga­be von Umsatz­steu­er­erklä­run­gen ist in der Regel der Unter­neh­mer gemäß § 18 UStG ver­pflich­tet, der die Leis­tung erbracht hat.

Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung – der Stroh­mann als Unter­neh­mer

Dies ist regel­mä­ßig der­je­ni­ge Unter­neh­mer, der die Lie­fe­run­gen oder sons­ti­gen Leis­tun­gen im eige­nen Namen gegen­über einem ande­ren selbst oder durch einen Beauf­trag­ten aus­ge­führt hat.

Auch ein Stroh­mann, der nach außen im eige­nen Namen auf­tritt, im Ver­hält­nis zum Hin­ter­mann jedoch auf des­sen Rech­nung han­delt, kann daher leis­ten­der Unter­neh­mer im Sin­ne des Umsatz­steu­er­ge­set­zes sein.

Vor­ge­scho­be­ne Stroh­mann­ge­schäf­te zwi­schen einem Stroh­mann und dem Leis­tungs­emp­fän­ger sind hin­ge­gen dann umsatz­steu­er­recht­lich unbe­acht­lich, wenn sie nur zum Schein (vgl. § 41 Abs. 2 AO) abge­schlos­sen sind, mit­hin die Ver­trags­par­tei­en – der Stroh­mann und der Leis­tungs­emp­fän­ger – ein­ver­ständ­lich oder still­schwei­gend davon aus­ge­hen, dass die Rechts­wir­kun­gen des Geschäfts gera­de nicht zwi­schen ihnen, son­dern zwi­schen dem Leis­tungs­emp­fän­ger und dem "Hin­ter­mann" ein­tre­ten sol­len 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Okto­ber 2015 – 1 StR 373/​15

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 29.01.2015 – 1 StR 216/​14, NStZ 2015, 283, 285; vom 08.07.2014 – 1 StR 29/​14, NStZ-RR 2014, 310, 312; vom 05.02.2014 – 1 StR 422/​13, wis­tra 2014, 191; und vom 01.10.2013 – 1 StR 312/​13, NStZ 2014, 331, 333, jeweils mwN[]