Straf­ur­teil – und die Anfor­de­run­gen auf der Dar­stel­lungs­ebe­ne

Die Wür­di­gung der Bewei­se ist Sache des Tatrich­ters, der sich auf­grund des umfas­sen­den Ein­drucks der Haupt­ver­hand­lung ein Urteil über die Schuld des Ange­klag­ten zu bil­den hat (§ 261 StPO).

Straf­ur­teil – und die Anfor­de­run­gen auf der Dar­stel­lungs­ebe­ne

Die aus den erho­be­nen Bewei­sen gezo­ge­nen tat­säch­li­chen Schluss­fol­ge­run­gen müs­sen dabei nicht zwin­gend sein; es genügt, dass sie mög­lich sind und der Tatrich­ter von ihrer Rich­tig­keit über­zeugt ist.

Die revi­si­ons­ge­richt­li­che Prü­fung ist inso­weit dar­auf beschränkt, ob die tatrich­ter­li­che Beweis­wür­di­gung mit Rechts­feh­lern behaf­tet ist, weil sie Lücken oder Wider­sprü­che auf­weist, mit Denk­ge­set­zen oder gesi­cher­tem Erfah­rungs­wis­sen nicht in Ein­klang steht oder sich so weit von einer Tat­sa­chen­grund­la­ge ent­fernt, dass sich die tatrich­ter­li­chen Schluss­fol­ge­run­gen letzt­lich als blo­ße Ver­mu­tun­gen erwei­sen [1].

Auf der Dar­stel­lungs­ebe­ne müs­sen die Urteils­grün­de erken­nen las­sen, dass der Tatrich­ter alle Umstän­de erkannt und in sei­ne Über­le­gun­gen ein­be­zo­gen hat, die sei­ne Ent­schei­dung zuguns­ten oder zu Unguns­ten des Ange­klag­ten beein­flus­sen kön­nen.

Dabei dür­fen die ein­zel­nen Beweis­ergeb­nis­se nicht nur iso­liert gewer­tet wer­den; sie müs­sen viel­mehr in eine umfas­sen­de Gesamt­wür­di­gung ein­ge­stellt wer­den [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Febru­ar 2017 – 2 StR 162/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 18.06.1991 – 5 StR 216/​91, BGHR StPO § 261 Ver­mu­tung 8[]
  2. BGH, Urteil vom 05.12 2013 – 4 StR 371/​13, Beck RS 2014, 01651 Rn. 8 mwN[]