Zustän­dig­keit im Bewäh­rungs­ver­fah­ren – und die Zustän­dig­keits­kon­zen­tra­ti­on

Allein die Mög­lich­keit, die auf­grund einer straf­recht­li­chen Ver­ur­tei­lung nach § 453 StPO zu tref­fen­den nach­träg­li­chen Ent­schei­dun­gen gemäß § 462a Abs. 2 StPO bin­dend an das Wohn­sitz­ge­richt abzu­ge­ben, setzt die Zustän­dig­keits­kon­zen­tra­ti­on des § 462a Abs. 4 StPO nicht außer Kraft.

Zustän­dig­keit im Bewäh­rungs­ver­fah­ren – und die Zustän­dig­keits­kon­zen­tra­ti­on

Ziel die­ser gesetz­li­chen Rege­lung ist es, zur Ver­mei­dung von diver­gie­ren­den Ent­schei­dun­gen die Zustän­dig­keit früh­zei­tig und dau­er­haft bei einem Gericht zu kon­zen­trie­ren1.

§ 462a Abs. 4 StPO ist dabei auch auf den Fall meh­re­rer selbst­stän­di­ger Ver­ur­tei­lun­gen durch das­sel­be Gericht anzu­wen­den2.

Daher führt eine (iso­lier­te) Über­tra­gung der Bewäh­rungs­über­wa­chung in nur einer Sache auf das Wohn­sitz­ge­richt zu einer dem Ziel des § 462a Abs. 4 StPO zuwi­der­lau­fen­den Gefahr der Ent­schei­dungs­zer­split­te­rung.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Sep­tem­ber 2018 – 2 ARs 182/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 08.06.1998 – 2 ARs 188/​98, NStZ 1998, 586 []
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 04.02.1976 – 2 ARs 22/​76, BGHSt 26, 276, 277; Löwe/​Rosenberg/​GraalmannScheerer, StPO, 26. Aufl., § 462a Rn. 80 mwN []