Straf­zu­mes­sung – und die Kon­trol­le des Revi­si­ons­ge­richts

Die Straf­be­mes­sung (Straf­rah­men­be­stim­mung, Fest­set­zung der Ein­zel­stra­fen und der Gesamt­stra­fe) ist grund­sätz­lich Sache des Tatrich­ters.

Straf­zu­mes­sung – und die Kon­trol­le des Revi­si­ons­ge­richts

Ein Ein­griff des Revi­si­ons­ge­richts ist nur mög­lich, wenn die Zumes­sungs­er­wä­gun­gen in sich feh­ler­haft sind, von unzu­tref­fen­den Tat­sa­chen aus­ge­hen, das Tat­ge­richt gegen recht­lich aner­kann­te Straf­zwe­cke ver­stößt oder wenn sich die ver­häng­te Stra­fe nach oben oder unten von ihrer Bestim­mung, gerech­ter Schuld­aus­gleich zu sein, so weit löst, dass sie nicht mehr inner­halb des dem Tatrich­ter ein­ge­räum­ten Spiel­raums liegt.

Eine ins Ein­zel­ne gehen­de Rich­tig­keits­kon­trol­le ist aus­ge­schlos­sen. In Zwei­fels­fäl­len muss das Revi­si­ons­ge­richt die vom Tat­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Bewer­tung bis an die Gren­ze des Ver­tret­ba­ren hin­neh­men 1.

Dabei ist der Tatrich­ter ledig­lich ver­pflich­tet, in den Urteils­grün­den die für die Straf­zu­mes­sung bestim­men­den Umstän­de dar­zu­le­gen (§ 267 Abs. 3 Satz 1 StPO); eine erschöp­fen­de Auf­zäh­lung aller Straf­zu­mes­sungs­er­wä­gun­gen ist weder vor­ge­schrie­ben noch mög­lich.

Was als wesent­li­cher Straf­zu­mes­sungs­grund anzu­se­hen ist, ist unter Berück­sich­ti­gung der Beson­der­hei­ten des Ein­zel­falls vom Tatrich­ter zu ent­schei­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 2. Febru­ar 2017 – 4 StR 481/​16

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 10.04.1987 – GSSt 1/​86, BGHSt 34, 345, 349; Urteil vom 16.04.2015 – 3 StR 638/​14, NStZ-RR 2015, 240; Urteil vom 22.10.1953 – 5 StR 230/​53, BGHSt 5, 57, 59 mwN[]
  2. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 02.08.2012 – 3 StR 132/​12, NStZ-RR 2012, 336, 337 mwN[]