Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt – und die Bemes­sung des Vor­weg­voll­zugs

Nach § 67 Abs. 2 Satz 3 StGB ist der vor­weg zu voll­zie­hen­de Teil der Gesamt­frei­heits­stra­fe so zu bemes­sen, dass nach sei­ner Ver­bü­ßung und einer anschlie­ßen­den Unter­brin­gung gemäß § 67 Abs. 5 Satz 1 StGB eine Aus­set­zung der Voll­stre­ckung des Straf­res­tes zur Bewäh­rung nach Erle­di­gung der Hälf­te der Stra­fe mög­lich ist 1.

Unter­brin­gung in einer Ent­zie­hungs­an­stalt – und die Bemes­sung des Vor­weg­voll­zugs

Dem­ge­gen­über ist es rechts­feh­ler­haft, wenn sich das Gericht bei sei­ner Ent­schei­dung über die Dau­er des Vor­weg­voll­zugs an einer Mög­lich­keit der Straf­rest­aus­set­zung zum Zwei-Drit­tel-Zeit­punkt ori­en­tiert. Die Anknüp­fung an den Halb­stra­fen­zeit­punkt ist zwin­gend 2.

Im Übri­gen ist es nicht ange­zeigt, die bereits erlit­te­ne Unter­su­chungs­haft von der Dau­er des Vor­weg­voll­zugs in Abzug zu brin­gen, da die erlit­te­ne Unter­su­chungs­haft gemäß § 51 StGB grund­sätz­lich von der Voll­stre­ckungs­be­hör­de auf die nach § 67 Abs. 2 StGB zu voll­stre­cken­den Stra­fe anzu­rech­nen ist 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Mai 2017 – 2 StR 144/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 12.02.2009 – 3 StR 569/​08, NStZ-RR 2009, 172[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 18.07.2012 – 2 StR 605/​11, NStZ-RR 2013, 54[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 14.02.2012 – 2 StR 501/​11[]