Unter­brin­gung in der Ent­zie­hungs­an­stalt – und die Bestim­mung des Vor­weg­voll­zugs

Der vor­weg zu voll­zie­hen­de Teil der Stra­fe ist zwin­gend so zu bemes­sen, dass nach sei­ner Voll­stre­ckung und einer anschlie­ßen­den Unter­brin­gung eine Halb­stra­fen­ent­las­sung mög­lich ist; ein Beur­tei­lungs­spiel­raum steht dem Tatrich­ter inso­weit nicht zu.

Unter­brin­gung in der Ent­zie­hungs­an­stalt – und die Bestim­mung des Vor­weg­voll­zugs

Es genügt nicht, dass der Tatrich­ter hin­sicht­lich der vor­aus­sicht­lich not­wen­di­gen Dau­er des Maß­re­gel­voll­zugs nur eine Min­dest- und Höchst­dau­er pro­gnos­ti­ziert; viel­mehr ist eine prä­zi­se Pro­gno­se dar­über erfor­der­lich, wie lan­ge genau die Unter­brin­gung vor­aus­sicht­lich sein wird, weil nur auf der Grund­la­ge einer sol­chen Pro­gno­se die Dau­er des Vor­weg­voll­zugs bestimmt wer­den kann 1.

Ansons­ten fehlt die für die Berech­nung des Vor­weg­voll­zugs erfor­der­li­che Grund­la­ge 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Novem­ber 2017 – 2 StR 434/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 24.09.2008 – 1 StR 478/​08, NStZ 2009, 87, 88[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 02.02.2011 – 2 StR 622/​10[]