Unter­brin­gung nach dem The­ra­pie­un­ter­brin­gungs­ge­setz – und die Prüf­fris­ten

Dass der Gesetz­ge­ber die Prüf­fris­ten des § 67e Abs. 2 StGB für den Bereich der Siche­rungs­ver­wah­rung ver­kürzt hat, erfor­dert kei­ne ent­spre­chen­de Anpas­sung der Frist des § 12 ThUG, obgleich das Ther­pie­un­ter­brin­gungs­ge­setz in § 1 ThUG an die Siche­rungs­ver­wah­rung anknüpft.

Unter­brin­gung nach dem The­ra­pie­un­ter­brin­gungs­ge­setz – und die Prüf­fris­ten

Denn der Gesetz­ge­ber hat sich beim The­ra­pie­un­ter­brin­gungs­ge­setz, das einen lücken­fül­len­den, "drit­ten Weg" beschrei­tet 1, an den Fris­ten des FamFG und nicht an der Prüf­frist des § 67 e StGB ori­en­tiert. Die Höchst­frist des § 12 Abs. 1 ThUG liegt nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers bewusst zwi­schen der für Unter­brin­gungs­maß­nah­men nach §§ 312 ff FamFG gel­ten­den regel­mä­ßi­gen Höchst­dau­er von einem Jahr und der maxi­mal zuläs­si­gen Frist von zwei Jah­ren gemäß § 329 Abs. 1 FamFG 2.

Die Dif­fe­ren­zie­rung bei der Prüf­frist erscheint dem Ober­lan­des­ge­richt Braun­schweig auch sach­ge­recht, weil sich das Ver­fah­ren nach dem The­ra­pie­un­ter­brin­gungs­ge­setz grund­le­gend von dem Ver­fah­ren bei der Prü­fung der Fort­dau­er der Siche­rungs­ver­wah­rung unter­schei­det. Erheb­li­che Unter­schied bestehen bei­spiels­wei­se in der gemäß §§ 8 ThUG, 34 Abs. 1 Nr. 2, 69 Abs. 3 FamFG auch für das Beschwer­de­ver­fah­ren vor­ge­schrie­be­nen per­sön­li­chen Anhö­rung und der zwin­gen­den Ein­ho­lung eines Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens (§§ 9, 12 Abs. 2 ThUG) vor jeder Ver­län­ge­rungs­ent­schei­dung 3.

Ober­lan­des­ge­richt Braun­schweig, Beschluss vom 10. April 2014 – 6 W 1/​14

  1. BVerfG, Beschluss vom 11.07.2013, 2 BvR 2302/​11 u.a.[]
  2. BT-Drs. 17/​3403 S. 58[]
  3. zur abwei­chen­den Rechts­la­ge bei der Siche­rungs­ver­wah­rung: OLG Braun­schweig, Beschluss vom 17.12.2013, 1 Ws 279/​13 30[]
  4. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.02.2004, BVerfGE 109, 133, 166; sowie Urteil vom 04.05.2011 – 2 BvR 2333/​08[]