Ver­ab­rei­chen von Betäu­bungs­mit­teln mit gewoll­ter Todesfolge

Nach § 30 Abs. 1 Nr. 3 BtMG ist das Betäu­bungs­mit­tel­de­likt qua­li­fi­ziert, wenn durch die Ver­ab­rei­chung des Betäu­bungs­mit­tels wenigs­tens leicht­fer­tig der Tod des Men­schen ver­ur­sacht wird. Erst recht wird auch die vor­sätz­li­che Ver­ur­sa­chung des Todes von der Straf­norm erfasst (§ 18 StGB).

Ver­ab­rei­chen von Betäu­bungs­mit­teln mit gewoll­ter Todesfolge

Der Tat­be­stand des § 30 Abs. 1 Nr. 3 BtMG wird dabei eben­so wenig vom Tot­schlags­tat­be­stand ver­drängt, wie auch ande­re erfolgs­qua­li­fi­zier­te Delik­te nicht durch Tötungs­ver­bre­chen aus­ge­schlos­sen wer­den [1].

Viel­mehr liegt Tat­ein­heit vor [2].

Für eine teleo­lo­gi­sche Reduk­ti­on des Straf­tat­be­stands gemäß § 30 Abs. 1 Nr. 3 BtMG, wie sie nach dem Prin­zip der Eigen­ver­ant­wort­lich­keit bei Über­las­sung von Betäu­bungs­mit­teln an Sui­zi­d­en­ten ange­nom­men wird [3], ist hier kein Raum.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. März 2015 – 2 StR 423/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 20.10.1992 GSSt 1/​92, BGHSt 39, 100, 108 f.[]
  2. vgl. Patzak in Körner/​Patzak/​Vollkmer, BtMG, 7. Aufl., § 30 Rn. 119; Rahlf in Münch­Komm-StGB, 2. Aufl., § 30 BtMG Rn.200; Weber, BtMG, 4. Aufl., § 30 Rn.196[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 07.02.2001 5 StR 474/​00, BGHSt 46, 279, 288[]

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