Ver­bin­dung von Straf­sa­chen – durch das unzu­stän­di­ge Gericht

Ein Ver­bin­dungs­be­schluss ist unwirk­sam, wenn er nicht von dem hier­für gemäß § 4 Abs. 2 StPO zustän­di­gen Gericht erlas­sen wor­den ist.

Ver­bin­dung von Straf­sa­chen – durch das unzu­stän­di­ge Gericht

Die Ver­bin­dung von Straf­sa­chen, die nicht nur die ört­li­che, son­dern auch die sach­li­che Zustän­dig­keit betrifft, kann nicht durch Ver­ein­ba­rung der betei­lig­ten Gerich­te, son­dern in Fäl­len, in denen – wie hier – die ver­schie­de­nen Gerich­te nicht alle zu dem Bezirk des rang­hö­he­ren gehö­ren, nur durch Ent­schei­dung des gemein­schaft­li­chen obe­ren Gerichts (§ 4 Abs. 2 Satz 2 StPO) her­bei­ge­führt wer­den 1.

Infol­ge der Unwirk­sam­keit des Ver­bin­dungs­be­schlus­ses ist das ursprüng­lich zum (ver­meint­lich) abge­ben­den Gericht ange­klag­te Ver­fah­ren dort rechts­hän­gig geblie­ben.

Die­ser Man­gel ist vom Revi­si­ons­ge­richt von Amts wegen zu beach­ten 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Juli 2018 – 4 StR 145/​18

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 22.11.2017 – 4 StR 306/​17 aaO; vom 11.07.2013 – 3 StR 166/​13, NStZ-RR 2013, 378; vom 26.07.1995 – 2 StR 74/​95, BGHR StPO § 4 Ver­bin­dung 9[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 22.11.2017 – 4 StR 306/​17 Rn. 4 f.; vom 01.12 2005 – 4 StR 426/​05, NStZ-RR 2006, 85 [Ls.][]