Ver­fall – nach Teil­ein­stel­lung

Vor­aus­set­zung für eine auf § 73 Abs. 1 Satz 1, § 73a Satz 1 StGB gestütz­te Anord­nung des Ver­falls von Wert­er­satz ist eine von der Ankla­ge erfass­te; und vom Tatrich­ter fest­ge­stell­te Tat 1.

Ver­fall – nach Teil­ein­stel­lung

Dar­an fehlt es, soweit die Staats­an­walt­schaft vor Ankla­ge­er­he­bung nach § 154 Abs. 1 Nr. 1 StPO von der Ver­fol­gung abge­se­hen hat.

Das Ver­fah­ren war hin­sicht­lich die­ser Tat (vor­läu­fig) been­det und die Ver­hän­gung von Rechts­fol­gen im sub­jek­ti­ven Ver­fah­ren ohne Wie­der­auf­nah­me nach § 154 Abs. 3 StPO (vgl. § 76a Abs. 1, Abs. 3 StGB) nicht mehr mög­lich 2.

Die Ver­falls­an­ord­nung kann inso­weit auch nicht auf den erwei­ter­ten Ver­fall nach § 73d StGB gestützt wer­den, weil die­ser im Ver­hält­nis zur Ver­falls­an­ord­nung nach §§ 73, 73a StGB sub­si­di­är ist. Vor einer Anwen­dung des § 73d StGB muss unter Aus­schöp­fung der zuläs­si­gen Beweis­mit­tel aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen, dass die Vor­aus­set­zun­gen des § 73 StGB erfüllt sind 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. April 2016 – 1 StR 632/​15

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 20.04.2010 – 4 StR 119/​10, NStZ-RR 2010, 255; vom 28.07.2004 – 2 StR 209/​04, NStZ-RR 2004, 347, 348; und vom 28.03.1979 – 2 StR 700/​78, BGHSt 28, 369, 370[]
  2. ent­spre­chend BGH, Beschluss vom 07.01.2003 – 3 StR 421/​02, NStZ 2003, 422 zu § 154 Abs. 2 StPO[]
  3. BGH, Urteil vom 11.12 2008 – 4 StR 386/​08 mwN; Beschlüs­se vom 08.08.2013 – 3 StR 226/​13, NStZ 2014, 82, 83; vom 02.10.2002 – 2 StR 294/​02, NStZ-RR 2003, 75 mwN; und vom 20.04.2010 – 4 StR 119/​10, NStZ-RR 2010, 255[]