Ver­mö­gens­de­lik­te – und die wider­leg­li­che Ver­mu­tung eines Arrest­grun­des

Bei Bege­hung einer (auch) gegen frem­de Ver­mö­gens­in­ter­es­sen gerich­te­ten Tat besteht min­des­tens eine wider­leg­li­che Ver­mu­tung für einen Arrest­grund.

Ver­mö­gens­de­lik­te – und die wider­leg­li­che Ver­mu­tung eines Arrest­grun­des

Das Ober­lan­des­ge­richt Braun­schweig konn­te es inso­weit offen las­sen, ob es wei­ter­hin dar­an fest­hält, dass ein Arrest­grund im Rah­men des § 111 d StPO schon allein dann besteht, wenn der Beschul­dig­te sich nach dem bis­he­ri­gen Ermitt­lungs­stand Ver­mö­gens­vor­tei­le durch Straf­ta­ten ver­schafft hat [1], denn nach über­zeu­gen­der Auf­fas­sung ist bei Bege­hung einer gegen frem­de Ver­mö­gens­in­ter­es­sen gerich­te­ten Straf­tat min­des­tens eine wider­leg­li­che Ver­mu­tung dahin­ge­hend anzu­neh­men, dass der Täter ver­su­chen wer­de, die erlang­ten Ver­mö­gens­wer­te vor der Ent­zie­hung zu sichern, da er durch sein Ver­hal­ten gezeigt hat, dass es ihm auf eine rechts­wid­ri­ge Berei­che­rung ankommt [2].

Ober­lan­des­ge­richt Braun­schweig, Beschluss vom 5. Mai 2014 – 1 Ws 103/​14

  1. OLG Braun­schweig, Beschluss vom 11.05.2007 – Ws 54/​07[]
  2. vgl. Johann in Löwe-Rosen­berg, StPO, a. a. O., § 111 d, Rn.20[]