Ver­stän­di­gungs­pro­ble­me mit dem Pflicht­ver­tei­di­ger – und die ver­säum­te Revi­si­ons­be­grün­dungs­frist

Die Behaup­tung eines mög­li­chen Miss­ver­ständ­nis­ses über die Durch­füh­rung der Revi­si­on auf­grund von Ver­stän­di­gungs­pro­ble­men ver­mag den Vor­trag der maß­geb­li­chen Gesche­hens­ab­läu­fe nicht zu erset­zen.

Ver­stän­di­gungs­pro­ble­me mit dem Pflicht­ver­tei­di­ger – und die ver­säum­te Revi­si­ons­be­grün­dungs­frist

Es bedarf auch in einem sol­chen Fall nähe­rer Dar­le­gung, wor­in die­ses Miss­ver­ständ­nis bestand. Ins­be­son­de­re wäre mit­zu­tei­len und glaub­haft zu machen gewe­sen, was der Ver­ur­teil­te im Ein­zel­nen mit sei­nem Ver­tei­di­ger bespro­chen und was die­ser wie­der­um ver­stan­den hat­te [1].

Dass es im vor­lie­gen­den Fall schwie­rig war, einen Über­set­zer für das ange­foch­te­ne Urteil zu fin­den, stellt eben­falls kei­nen zur Wie­der­ein­set­zung berech­ti­gen­den Grund dar, denn der Ver­tei­di­ger konn­te den Inhalt des Urteils auch mit einem Dol­met­scher mit dem Ange­klag­ten bespre­chen [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Juni 2020 – 5 StR 174/​20

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 04.06.2019 – 3 StR 183/​19[]
  2. vgl. hier­zu auch BGH, Beschluss vom 18.02.2020 – 3 StR 430/​19[]