Wei­sungs­ver­stoß in der Füh­rungs­auf­sicht – und die kon­kre­te Wei­sung

§ 145a StGB gleicht einer Blan­kett­vor­schrift, deren Tat­be­stand erst durch genaue Bestim­mung der Füh­rungs­auf­sichts­wei­sung aus­ge­füllt wird; erst hier­durch wird die Ver­ein­bar­keit der Norm mit Art. 103 Abs. 2 GG gewähr­leis­tet.

Wei­sungs­ver­stoß in der Füh­rungs­auf­sicht – und die kon­kre­te Wei­sung

Vor­aus­set­zung für eine Bestra­fung nach § 145a StGB ist des­halb, dass die Wei­sung rechts­feh­ler­frei ist 1. Ver­stö­ße gegen unbe­stimm­te, unzu­läs­si­ge oder unzu­mut­ba­re Wei­sun­gen kön­nen die Straf­bar­keit nach § 145a StGB nicht begrün­den. Dabei han­delt es sich um ein unge­schrie­be­nes Tat­be­stands­merk­mal, des­sen Vor­lie­gen der Tatrich­ter in den Urteils­grün­den dar­zu­tun hat 2.

In Anbe­tracht des Bestimmt­heits­ge­bots des Art. 103 Abs. 2 GG und der Tat­sa­che, dass § 68b Abs. 2 StGB auch nicht straf­be­wehr­te Wei­sun­gen ermög­licht, muss auch der Beschluss über die Füh­rungs­auf­sicht jeden­falls aus­zugs­wei­se wie­der­ge­ge­ben wer­den, damit geprüft wer­den kann, ob im Füh­rungs­auf­sichts­be­schluss unmiss­ver­ständ­lich klar­ge­stellt ist, dass es sich bei den in Rede ste­hen­den Wei­sun­gen um gemäß § 68b Abs. 1 StGB straf­be­wehr­te Wei­sun­gen han­delt 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Febru­ar 2016 – 2 StR 512/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 07.02.2013 – 3 StR 486/​12, BGHSt 58, 136, 138; Beschluss vom 19.08.2015 – 5 StR 275/​15, Stra­Fo 2015, 471, 472[]
  2. BGH, aaO[]
  3. BGH, Beschluss vom 19.08.2015 – 5 StR 275/​15, Stra­Fo 2015, 471, 472; vgl. OLG Karls­ru­he, NStZ-RR 2011, 30[]