Wider­ruf der Aus­set­zung der Voll­stre­ckung lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fen

Das Ober­lan­des­ge­richt Cel­le ist für Beschwer­de­ent­schei­dun­gen über die Aus­set­zung der Voll­stre­ckung lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fen in Nie­der­sach­sen auch zustän­dig, wenn ein Gericht in Nie­der­sach­sen ent­schie­den hat, das nicht zum Ober­lan­des­ge­richts­be­zirk Cel­le gehört. Dies gilt auch für sofor­ti­ge Beschwer­den gegen den Wider­ruf einer Aus­set­zung der Voll­stre­ckung lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fen zur Bewäh­rung.

Wider­ruf der Aus­set­zung der Voll­stre­ckung lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fen

Nach § 1 des Geset­zes über die Zustän­dig­keit des Ober­lan­des­ge­richts Cel­le für Beschwer­de­ent­schei­dun­gen über die Aus­set­zung der Voll­stre­ckung lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fen vom 17.06.1982 1 ist das Ober­lan­des­ge­richt Cel­le in Nie­der­sach­sen für alle sofor­ti­gen Beschwer­den über die Aus­set­zung der Voll­stre­ckung des Res­tes lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fen zur Bewäh­rung (§ 454 StPO i. V. m. § 57a StGB) zustän­dig.

Die­se Zustän­dig­keit erstreckt sich auch auf Beschwer­den gegen den Wider­ruf einer Aus­set­zung zur Bewäh­rung, wenn­gleich der Wort­laut des Geset­zes dies nicht aus­drück­lich regelt. Zu den Ent­schei­dun­gen über die Aus­set­zung der Voll­stre­ckung einer Stra­fe gehört indes auch die Ent­schei­dung über den Wider­ruf einer Aus­set­zung. Zudem ist der Senat mit dem Ober­lan­des­ge­richt Olden­burg auch der Auf­fas­sung, dass jede ande­re Aus­le­gung bereits dem Grund­satz der Zustän­dig­keits­kon­zen­tra­ti­on in § 462 a Abs. 1 Satz 2 StPO wider­sprä­che, wonach die Zustän­dig­keit für die Ent­schei­dung in einer Voll­stre­ckungs­sa­che bis zu deren Abschluss bei immer dem­sel­ben Spruch­kör­per ver­blei­ben soll 2. Bei ande­rer Aus­le­gung des Geset­zes hät­te über die Beschwer­de gegen eine Aus­set­zung der lebens­lan­gen Stra­fe das Ober­lan­des­ge­richt Cel­le zu befin­den, über die Beschwer­de gegen den Wider­ruf die­ser Aus­set­zung aber gege­be­nen­falls ein ande­res Ober­lan­des­ge­richt. Dies stün­de dem gesetz­ge­be­ri­schen Wil­len zuwi­der.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le – Beschluss vom 04. Dezem­ber 2013 – 2 Ws 355/​13

  1. Nds. GVBl.1982, 195[]
  2. vgl. zu die­sem Grund­satz KK-Appl, 7. Aufl., § 462 a Rdnr. 2[]