Amts­an­ge­mes­se­ne Rich­ter­be­sol­dung

Die Besol­dung von Rich­tern ist erst dann ver­fas­sungs­wid­rig zu nied­rig bemes­sen, wenn der Gestal­tungs­spiel­raum nicht in evi­den­ter Wei­se über­schrit­ten ist.

Amts­an­ge­mes­se­ne Rich­ter­be­sol­dung

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Kla­ge eines Rich­ters, der sei­ne Besol­dung für zu nied­rig gehal­ten hat. Der Klä­ger, ein Vor­sit­zen­der Rich­ter in der höchs­ten Stu­fe der Besol­dungs­grup­pe R 2, hat­te die Auf­fas­sung ver­tre­ten, sei­ne Besol­dung sei jeden­falls ab 2008 ver­fas­sungs­wid­rig zu nied­rig bemes­sen. Die Ein­kom­men der Juris­ten in der Pri­vat­wirt­schaft und in gro­ßen Rechts­an­walts­kanz­lei­en sei­en in den letz­ten Jah­ren deut­lich stär­ker gestie­gen als die Ein­kom­men der Rich­ter. Schließ­lich sei­en die im Dienst des Lan­des ste­hen­den Rich­ter gegen­über den deut­lich bes­ser ali­men­tier­ten Kol­le­gen ande­rer Bun­des­län­der benach­tei­ligt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung ver­weist das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin auf die Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, nach der die Besol­dung von Beam­ten und Rich­tern erst dann ver­fas­sungs­wid­rig sei, wenn dies evi­dent sei. Aber in Ber­lin sei das nicht der Fall, auch wenn die hier gezahl­te Rich­ter­be­sol­dung gerin­ger sei als die in ande­ren Bun­des­län­dern gewähr­te Ali­men­ta­ti­on. Dem Gesetz­ge­ber kom­me bei der Aus­ge­stal­tung des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips ein wei­ter Gestal­tungs­spiel­raum zu. Dabei sei­en u.a. das Anse­hen des Amtes in den Augen der Gesell­schaft und die vom Amts­in­ha­ber gefor­der­te Aus­bil­dung und sei­ne Bean­spru­chung zu berück­sich­ti­gen. Der Gesetz­ge­ber dür­fe in sei­ne Erwä­gun­gen auch die Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se ein­be­zie­hen. Der Ber­li­ner Gesetz­ge­ber habe den hier­durch bestimm­ten Gestal­tungs­spiel­raum nicht in evi­den­ter Wei­se über­schrit­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 6. Novem­ber 2012 – 28 K 5.12