Kei­ne all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge für den Amts­an­walt

Einem Amts­an­walt (Besol­dungs­grup­pe A 12 BBe­sO) steht die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Nr. 27 Abs. 1 b der Anla­ge I zum BBesG Besol­dungs­ord­nun­gen A und B nicht zu.

Kei­ne all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge für den Amts­an­walt

Denn der Wort­laut der Vor­be­mer­kung Nr. 27 Abs. 1 b der Anla­ge I zum BBesG Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B stellt für die Zula­gen­be­rech­ti­gung nicht auf die Lauf­bahn­grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit oder die Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zung für eine Lauf­bahn, son­dern auf die im Ein­zel­fall von dem Beam­ten ein­ge­schla­ge­ne "Lauf­bahn" ab. Die von dem Klä­ger befür­wor­te­te Aus­le­gung die­ser Vor­be­mer­kung wäre von ihrem Wort­laut nicht gedeckt, dem wegen der strik­ten Geset­zes­bin­dung im Besol­dungs­recht (vgl. § 2 Abs. 1 BesG a. F.) beson­de­re Bedeu­tung bei der Gewäh­rung von Bezü­gen zukommt 1. Der Klä­ger hat mit sei­ner Ernen­nung zum Amts­an­walt die Lauf­bahn des geho­be­nen Jus­tiz­diens­tes ver­las­sen und ist in die Son­der­lauf­bahn des Amts­an­walts­diens­tes im Sin­ne von § 16 Abs. 6 NLVO 2, gewech­selt 3. Deren Ein­gang­samt ist daher für die Zula­gen­be­rech­ti­gung ent­schei­dend.

Soweit der Klä­ger die Gewäh­rung der all­ge­mei­nen Stel­len­zu­la­ge nach ihrem Sinn und Zweck für gerecht­fer­tigt hält, weil er zunächst die Lauf­bahn des geho­be­nen Jus­tiz­diens­tes ein­schla­gen muss­te, führt die­ses Argu­ment zu kei­ner ande­ren Ein­schät­zung. Denn nach dem Wech­sel in die Lauf­bahn mit einem deut­lich höhe­ren Ein­gang­samt hat er nicht auf­zei­gen kön­nen, dass in sei­nem Fall wie bei Beam­ten, die von der­ar­ti­gen Lauf­bah­nen aus­ge­schlos­sen sind und daher die Zula­ge erhal­ten, ein Bedürf­nis für die Zula­gen­ge­wäh­rung anzu­er­ken­nen ist.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 5. Mai 2010 – 5 LA 436/​08

  1. std. Rspr.; vgl. zuletzt BVerwG, Urteil vom 26.01.2010 – BVerwG 2 C 7.08[]
  2. in der bis zum 31.03.2009 gel­ten­den Fas­sung vom 25. Mai 2001, Nds. GVBl. S. 315, zuletzt geän­dert durch Art. 1. der Ände­rungs­ver­ord­nung vom 19. Dezem­ber 2006, Nds. GVBl. S. 629[]
  3. vgl. dazu nun­mehr § 27 Abs. 2 Satz 1 NLVO vom 30.3. 2009, Nds. GVBl. S. 118[]