Der Zecken­biss als Dienst­un­fall

Der Zecken­biss eines Poli­zei­be­am­ten kann zwar ein Dienst­un­fall sein. Aller­dings trägt der Beam­te die vol­le Beweis­last dafür, dass die Zecke auch tat­säch­lich bei einem Ein­satz des Poli­zei­be­am­ten zuge­bis­sen hat.

Der Zecken­biss als Dienst­un­fall

In dem hier vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter ent­schie­de­nen Fall ver­sah der Poli­zei­be­am­te am 14. Sep­tem­ber 2013 Nacht­dienst. Vor Beginn der Dienst­schicht dusch­te er. Dabei stell­te er an sei­nem Kör­per kei­ne Beson­der­hei­ten fest. Wäh­rend der Dienst­schicht wur­de er Zeu­ge, wie ein PKW von der Fahr­bahn der A 3 abkam und erst in einem dicht bewach­se­nen Gebiet zu lie­gen kam. Der Poli­zei­be­am­te eil­te dem Fah­rer zu Fuß durch den Bewuchs zu Hil­fe. Anschlie­ßend hielt er sich noch län­ger in der Nähe auf. Beim Duschen nach dem Nacht­dienst stell­te der Poli­zei­be­am­te eine Ver­di­ckung im hin­te­ren Steiß­bein­be­reich fest, ohne die­ser beson­de­re Bedeu­tung bei­zu­mes­sen. Erst am 18. Sep­tem­ber 2013 ent­deck­te er eine Zecke im Steiß­bein­be­reich. Das Poli­zei­prä­si­di­um Köln lehn­te die Aner­ken­nung des Zecken­stichs als Dienst­un­fall ab. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat­te die Kla­ge abge­wie­sen 1. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter bestä­tig­te dies nun und wies auch die Beru­fung des Poli­zei­be­am­ten zurück:

Das Ereig­nis Zecken­stich sei, so die Müns­te­ra­ner Rich­ter im vor­lie­gen­den Ein­zel­fall nicht ört­lich und zeit­lich bestimm­bar, wie es für eine Aner­ken­nung als Dienst­un­fall erfor­der­lich sei. Auf­grund der Anga­ben des Klä­gers in der münd­li­chen Ver­hand­lung sei der Senat nicht zur vol­len Über­zeu­gung gelangt, dass sich der Klä­ger die Zecke beim beschrie­be­nen Ein­satz an der Auto­bahn zuge­zo­gen habe. Dass dies gut mög­lich sei, genü­ge inso­weit nicht. Der Klä­ger tra­ge nach den all­ge­mei­nen Beweis­grund­sät­zen die Beweis­last für die ihm güns­ti­gen Tat­sa­chen. Das heißt, es gehe zu sei­nen Las­ten, wenn deren Vor­lie­gen trotz aller Auf­klä­rungs­be­mü­hun­gen nicht fest­ge­stellt wer­den kön­ne. Hier sei die Mög­lich­keit, dass sich der Klä­ger die Zecke vor oder nach dem Ein­satz zuge­zo­gen habe, nicht bloß eine theo­re­ti­sche.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein ‑West­fa­len, Urteil vom 19. Juli 2017 – 3 A 2748/​15

  1. VG Köln, Urtei lvom 04.11.2015 – 3 K 6594/​14[]