Wi­der­sprüch­li­che Fest­stel­lun­gen im Disziplinarur­teil

Wi­der­sprüch­li­che Fest­stel­lun­gen im erst­in­stanz­li­chen Ur­teil zum Um­fang der ge­ahn­de­ten Pflicht­ver­let­zun­gen bil­den bei einer auf die Maß­nah­me­be­mes­sung be­schränk­ten und zu Un­guns­ten des Sol­da­ten ein­ge­leg­ten Be­ru­fung kei­ne trag­fä­hi­ge Grund­la­ge für die Be­mes­sung der Dis­zi­pli­nar­maß­nah­me und füh­ren zur Zu­rück­ver­wei­sung 1.

Wi­der­sprüch­li­che Fest­stel­lun­gen im Disziplinarur­teil

Jedes Urteil in einem gericht­li­chen Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren muss aus sich selbst, d.h. aus den Urteils­grün­den her­aus ver­ständ­lich sein (§ 91 Abs. 1 WDO i.V.m. § 267 Abs. 1 StPO). Erfüllt es nach sei­nen Ent­schei­dungs­grün­den die­se Anfor­de­run­gen nicht, liegt ein schwer­wie­gen­der Man­gel des Ver­fah­rens im Sin­ne des § 120 Abs. 1 Nr. 2 WDO bzw. § 121 Abs. 2 WDO vor. Denn Vor­aus­set­zung für die im Beru­fungs­ver­fah­ren zu tref­fen­de Ent­schei­dung über die gebo­te­ne und ange­mes­se­ne Dis­zi­pli­nar­maß­nah­me ist, dass die durch die Beschrän­kung der Beru­fung unan­greif­bar gewor­de­nen tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen des ange­foch­te­nen Urteils, wie sie sich aus den Urteils­grün­den erge­ben, sowie die auf die­ser Grund­la­ge getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen zu den schuld­haf­ten Pflicht­ver­let­zun­gen des Ange­schul­dig­ten nach­voll­zieh­bar, in sich schlüs­sig und wider­spruchs­frei sind. Unkla­re, lücken­haf­te oder – wie vor­lie­gend – wider­sprüch­li­che Fest­stel­lun­gen kön­nen kei­ne aus­rei­chen­de Grund­la­ge für das fest­zu­set­zen­de Dis­zi­pli­nar­maß abge­ben 2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 19. Janu­ar 2012 – 2 WD 5.11

  1. stRspr; vgl. BVerwG, Be­schluss vom 24.03.2010 – 2 WD 10.09[]
  2. vgl. BVerwG, Beschluss vom 24. März 2010 a.a.O.[]