Bei­geord­ne­ter oder Dezer­nent – das aus­ge­tricks­te Bür­ger­be­geh­ren

Juris­ti­sche Haar­spal­te­rei con­tra Bür­ger­be­geh­ren: Wie ein Bür­ger­be­geh­ren umgan­gen wer­den kann zeigt ein aktu­el­les Ver­fah­ren vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf: Dort wur­de ein Eil­an­trag gegen die Beset­zung einer von der Stadt Dor­ma­gen aus­ge­schrie­be­nen Dezer­nen­ten­stel­le abge­lehnt:

Bei­geord­ne­ter oder Dezer­nent – das aus­ge­tricks­te Bür­ger­be­geh­ren

Die Antrag­stel­ler sahen in der Ein­rich­tung der Dezer­nen­ten­stel­le eine unzu­läs­si­ge Umge­hung des von ihnen ver­tre­te­nen Bür­ger­be­geh­rens, das sich gegen die Wahl eines wei­te­ren Bei­geord­ne­ten rich­te­te. Der Rat hat­te dem Bür­ger­be­geh­ren im Febru­ar 2010 ent­spro­chen und die dama­li­ge Stel­len­aus­schrei­bung für eine Bei­geord­ne­ten­stel­le zurück­ge­zo­gen. Er kön­ne daher jetzt nicht eine Dezer­nen­ten­stel­le mit nahe­zu iden­ti­schem Auf­ga­ben­be­reich aus­schrei­ben, so die Antrag­stel­ler.

Dem ist das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf nicht gefolgt. Da Bei­geord­ne­ten und Dezer­nen­ten eine unter­schied­li­che kom­mu­nal­ver­fas­sungs­recht­li­che Stel­lung zukom­me, wer­de die Ein­rich­tung einer Dezer­nen­ten­stel­le von dem Antrags­ge­gen­stand des Bür­ger­be­geh­rens nicht umfasst. Der Rat sei des­halb durch sei­nen Beschluss von Febru­ar 2010 an der Ein­rich­tung einer Dezer­nen­ten­stel­le nicht gehin­dert gewe­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 21. Okto­ber 2010 – 1 L 1675/​10

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