Es ist schon rund zwei Jahre her, dass Angela Merkel die Grenze aus humanitären Gründen öffnete. Die juristische Bewertung dieser Entscheidung ist zu komplex, um sie in diesem Artikel darzulegen, deshalb möchten wir an dieser Stelle lediglich auf einen Artikel zum Gutachten aus dem September 2017 verweisen. Wir wollen uns an dieser Stelle lediglich mit einigen daraus resultierenden Folgen beschäftigen und zeigen, was sich insbesondere in der Rechtsbranche in den vergangenen 24 Monaten verändert hat.

Die Ausgangslage
Schon seit Jahrzehnten ist das Thema Flüchtlinge und Asyl ein wichtiger Teil der Rechtswissenschaften. Es ist aber neu, dass ein so starker Fokus darauf gelegt wird. Das lässt sich mit der hohen Anzahl an Fällen begründen. Selbst im Vergleich zu den 90er Jahren, als über eine halbe Millionen Menschen nach Deutschland flohen, sind die Zahlen aus den vergangenen Jahren noch einmal deutlich höher. Diese Menschen kamen damals vor allem aus dem Balkan und der ehemaligen Sowjetunion, aber auch aus Äthiopien und Eritrea, aus Mali und Burkina Faso. Heute sind sie oft ein gut integrierter Teil unserer Gesellschaft.
Welche Folgen hat das für die Anwälte und Unternehmen?
Anwaltskanzleien, die sich auf internationales Recht spezialisiert haben, konnten eine enorme Steigerung der Fallzahlen feststellen. Auch Sozialarbeiter, Sprachschulen, Head Hunter und andere Berufsgruppen, die sich auf die Arbeit rund um das Thema Asyl spezialisiert haben, konnten eine erhebliche Steigerung des Auftragsvolumens feststellen. Gleiches gilt für Übersetzer und Dolmetscher, denn nur die wenigsten Geflohenen haben in der kurzen Zeit ihres Aufenthalts schon gut genug Deutsch gelernt, um auf eine Befragung in ihrer Muttersprache zu verzichten zu können.
Doch nicht nur das Übersetzen des gesprochenen Wortes spielt in den laufenden Verfahren und Prozessen eine wichtige Rolle. Auch die Übersetzung von Dokumenten ist für Anwälte und Behörden ein zentrales Element, um vor Gericht stichhaltige Beweise präsentieren zu können. Um in solchen Fällen schnell eine beglaubigte Übersetzung in Schriftform erhalten zu können, bietet beispielsweise das Zentrum für Internationale Sprachdienstleistungen die Übersetzung juristischer Fachtexte und Urkunden an. Dafür muss lediglich der zu übersetzende Text hochgeladen sowie eine Telefonnummer und E-Mail Adresse für eventuelle Rückfragen angegeben werden. Eine Vorgehensweise, die sich bei den meisten Online-Übersetzungsdiensten etabliert hat. Gleichzeitig bieten jene oft auch Praktika für anerkannte Asylbewerber an, um den eigenen Nachwuchs zu sichern. Auf diese Weise greift eine Hand in die andere.











