Die Wahl eines neu­en Schul­stadt­rats

Ist das Aus­wahl­gre­mi­um zur Beset­zung des haupt­amt­li­chen Stadt­ra­tes als Dezer­nent für die Berei­che Schu­le und Kul­tur von einem zutref­fen­den Sach­ver­halt aus­ge­gan­gen, erfül­len die Kan­di­da­ten die gesetz­li­chen Wahl­vor­aus­set­zun­gen und bestehen kei­ne Anhalts­punk­te für unsach­ge­mä­ße oder will­kür­li­che Erwä­gun­gen, so ist die Wahl recht­mä­ßig.

Die Wahl eines neu­en Schul­stadt­rats

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt der Frei­en Han­se­stadt Bre­men in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Eil­an­trag gegen die Wahl des neu­en Schul­stadt­rats in Bre­mer­ha­ven abge­lehnt. Der der­zei­ti­ge Stel­len­in­ha­ber (Antrag­stel­ler), des­sen Amts­zeit zum 31. Okto­ber 2012 endet, woll­te mit dem Eil­an­trag die Beset­zung des Amts des haupt­amt­li­chen Stadt­ra­tes als Dezer­nent für die Be-rei­che Schu­le und Kul­tur im Magis­trat Bre­mer­ha­ven mit dem gewähl­ten Mit­be­wer­ber zum 01. No-vem­ber 2012 ver­hin­dern. Der aus­ge­wähl­te Kon­kur­rent war zuvor am 05. Juli 2012 von der Stadt-ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung gewählt wor­den. Nach Auf­fas­sung des Antrag­stel­lers sei die Aus­wahl des Kon­kur­ren­ten rechts­wid­rig, da sie nicht dem Prin­zip der Bes­ten­aus­le­se ent­spre­che. Es sei­en etwa kei­ne dienst­li­chen Beur­tei­lun­gen ein­ge­holt wor­den. Ein Leis­tungs­ver­gleich habe nicht statt­ge­fun­den. Die Wahl sei in Erfül­lung der Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung erfolgt.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts der Frei­en Han­se­stadt Bre­men erfolgt die Beset­zung öffent­li­cher Ämter nach dem im Grund­ge­setz ver­an­ker­ten Leis-tungs­prin­zip im Sin­ne einer Bes­ten­aus­le­se anhand der Kri­te­ri­en Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­cher Leis­tung. Die­ses Leis­tungs­prin­zip wer­de aber durch die Rege­lung im Bre­mi­schen Beam­ten-gesetz (§ 7 Abs. 1 Satz 2 BremBG) über die Wahl haupt­amt­li­cher Magis­trats­mit­glie­der ein­ge-schränkt. Danach setzt die Ernen­nung zu einem sol­chen Amt eine Wahl der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver-samm­lung vor­aus. Hin­ter die­ser Rege­lung stün­den das ver­fas­sungs­recht­li­che Demo­kra­tie­prin­zip sowie das Recht auf kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt sieht eine sol­che Wahl nicht gänz­lich der gericht­li­chen Kon­trol­le ent­zo­gen. Dem Wesen einer Wahl wür­de es aber wider­spre­chen, könn­te die inhalt­li­che Ent­schei­dung dar­über, wer bes­ser geeig­net ist, gericht­lich über­prüft wer­den. Die gericht­li­che Kon­trol­le sei daher beschränkt dar­auf zu prü­fen, ob das Aus­wahl­gre­mi­um von einem zutref­fen­den Sach­ver­halt aus­ge­gan­gen ist, ob die Kan­di­da­ten die gesetz­li­chen Wahl­vor­aus­set­zun­gen erfül­len oder etwa Anhalts­punk­te für unsach­ge­mä­ße oder will­kür­li­che Erwä­gun­gen bestehen. Gemes­sen dar­an hat das Ver­wal­tungs­ge­richt kei­ne Feh­ler erken­nen kön­nen. Ein Leis­tungs­ver­gleich auf­grund dienst­li­cher Beur­tei­lun­gen sei ent­behr­lich gewe­sen. Der gewähl­te Kon­kur­rent erfül­le das Anfor­de­rungs­pro­fil, bei­de Kan­di­da­ten sei­en wähl­bar gewe­sen und Anhalts­punk­te für eine unsach­ge­mä­ße Durch­füh­rung der Wahl sei­en nicht ersicht­lich.

Ver­wal­tungs­ge­richt der Frei­en Han­se­stadt Bre­men, Beschluss vom 25. Sep­tem­ber 2012 – 6 V 900/​12