Pri­va­tes Kran­ken­trans­port­un­ter­neh­men und die Not­fall­ret­tung

Bei der Not­fall­ret­tung dür­fen nicht ohne Wei­te­res die pri­va­ten Kran­ken­trans­port­un­ter­neh­men aus­ge­schlos­sen wer­den.

Pri­va­tes Kran­ken­trans­port­un­ter­neh­men und die Not­fall­ret­tung

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin jetzt in einem Fall ent­schie­den, in dem die Klä­ge­rin bei der Senats­ver­wal­tung für Inne­res erfolg­los die Über­tra­gung von Auf­ga­ben der Not­fall­ret­tung bean­tragt hat­te. Wobei es sich um ein pri­va­tes Kran­ken­trans­port­un­ter­neh­men in Ber­lin han­delt, das mit ent­spre­chen­der Geneh­mi­gung und zahl­rei­chen Fahr­zeu­gen Auf­ga­ben des soge­nann­ten qua­li­fi­zier­ten Kran­ken­trans­ports wahr­nimmt. Zudem betreibt sie eine Leit­stel­le pri­va­ter Kran­ken­trans­port­un­ter­neh­men.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt gab der Kla­ge statt und ver­pflich­te­te die Behör­de, über den Antrag der Klä­ge­rin erneut zu ent­schei­den. Nach dem Ber­li­ner Ret­tungs­dienst­ge­setz sei die Not­fall­ret­tung zwar grund­sätz­lich der Feu­er­wehr und den Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen (Arbei­ter-Sama­ri­ter-Bund, Deut­sche Lebens­ret­tungs-Gesell­schaft, Deut­sches Rotes Kreuz, Johan­ni­ter-Unfall­hil­fe und Mal­te­ser-Hilfs­dienst) vor­be­hal­ten, wäh­rend der (qua­li­fi­zier­te) Kran­ken­trans­port von den pri­va­ten Kran­ken­trans­port­un­ter­neh­men durch­ge­führt wer­de. Die Not­fall­ret­tung kön­ne jedoch bei Bedarf auch ande­ren geeig­ne­ten pri­va­ten Ein­rich­tun­gen über­tra­gen wer­den. Ein sol­cher Bedarf bestehe der­zeit, da die Ret­tungs­dienst-Kapa­zi­tä­ten in den letz­ten Jah­ren erheb­lich aus­ge­wei­tet wor­den sei­en und – auf­grund einer Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­rung des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums mit der Ber­li­ner Innen­ver­wal­tung – seit 2009 sogar Ret­tungs­wa­gen und –per­so­nal der Bun­des­wehr im Ein­satz sei­en. Auch in den kom­men­den Jah­ren sei mit einem erhöh­ten Bedarf zu rech­nen. Da die Bun­des­wehr kei­ne für den Ret­tungs­dienst pri­vi­le­gier­te Ein­rich­tung im Sin­ne des Ber­li­ner Ret­tungs­dienst­ge­set­zes und somit wie ein sons­ti­ger Drit­ter zu behan­deln sei, habe ein pri­va­tes Kran­ken­trans­port­un­ter­neh­men, das eben­falls Auf­ga­ben der Not­fall­ret­tung wahr­neh­men wol­le, einen Anspruch auf eine ermes­sens­feh­ler­freie Aus­wahl­ent­schei­dung. Eine sol­che Ent­schei­dung habe die Behör­de noch nicht getrof­fen, da sie den Antrag allein unter Beru­fung auf den ver­meint­lich feh­len­den Bedarf abge­lehnt habe.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 25. Okto­ber 2011 – VG 21 K 85.10