Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen eine gericht­li­che Ent­schei­dung – und ihre Begrün­dung

Eine § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG genü­gen­de Begrün­dung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de setzt vor­aus, dass der die Rechts­ver­let­zung ent­hal­ten­de Vor­gang sub­stan­ti­iert und schlüs­sig vor­ge­tra­gen wird1.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen eine gericht­li­che Ent­schei­dung – und ihre Begrün­dung

Bei einer gegen eine gericht­li­che Ent­schei­dung gerich­te­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­de hat sich der Beschwer­de­füh­rer mit die­ser inhalt­lich aus­ein­an­der­zu­set­zen2. Es muss deut­lich wer­den, inwie­weit durch die ange­grif­fe­ne Maß­nah­me das bezeich­ne­te Grund­recht ver­letzt sein soll3.

Liegt zu den mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de auf­ge­wor­fe­nen Ver­fas­sungs­fra­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts bereits vor, der die ange­grif­fe­nen Gerichts­ent­schei­dun­gen fol­gen, so ist der behaup­te­te Grund­rechts­ver­stoß in Aus­ein­an­der­set­zung mit den vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­wi­ckel­ten Maß­stä­ben zu begrün­den4.

Dem genügt eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht, bei der eine aus­rei­chen­de Aus­ein­an­der­set­zung mit den vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zum kirch­li­chen Selbst­be­stim­mungs­recht gemäß Art. 140 GG in Ver­bin­dung mit Art. 137 Abs. 3 WRV ent­wi­ckel­ten Maß­stä­ben5 unter­bleibt, obwohl dies in Anbe­tracht der ange­grif­fe­nen Urtei­le gebo­ten gewe­sen wäre.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 23. März 2018 – 2 BvR 1140/​15

  1. vgl. BVerfGE 81, 208, 214; 89, 155, 171; 99, 84, 87; 108, 370, 386 f.; 113, 29, 44
  2. vgl. BVerfGE 82, 43, 49; 86, 122, 127; 88, 40, 45; 105, 252, 264
  3. vgl. BVerfGE 78, 320, 329; 99, 84, 87; 115, 166, 179 f.
  4. vgl. BVerfGE 77, 170, 214 ff.; 99, 84, 87; 123, 186, 234; 130, 1, 21
  5. vgl. BVerfGE 137, 273, 306 Rn. 90, 307 ff. Rn. 95 ff.