Ände­rung der Solar­ver­gü­tung

Der Deut­sche Bun­des­tag hat die Novel­le des Erneu­er­ba­re Ener­gien Geset­zes (EEG) beschlos­sen. Damit wer­den die Ver­gü­tun­gen für Anla­gen zur Erzeu­gung von Solar­strom auf Gebäu­den und Frei­flä­chen zum 1. Juli 2010 deut­lich abge­senkt. Die Novel­le reagiert damit, so die Geset­zes­be­grün­dung, auf die Preis­sen­kun­gen, die mit der Markt­ein­füh­rung und der Mas­sen­pro­duk­ti­on ver­bun­den sind.

Ände­rung der Solar­ver­gü­tung

Die Kor­rek­tur der Ver­gü­tun­gen wur­de not­wen­dig, da im ver­gan­ge­nen Jahr die Markt­prei­se um rund 30% gesun­ken sind. Des­halb wer­den nun, zusätz­lich zur ohne­hin im EEG ange­leg­ten Degres­si­on, die Ver­gü­tungs­sät­ze zwi­schen 11% für Solar­parks auf Kon­ver­si­ons­flä­chen und 16% Pro­zent für Dach­an­la­gen abge­senkt. Gleich­zei­tig geht das EEG von einem deut­lich stär­ke­ren Aus­bau des Pho­to­vol­ta­ik­mark­tes aus als bis­her erwar­tet aus: Der Zubau­kor­ri­dor für das Markt­vo­lu­men wird auf 3.500 Mega­watt instal­lier­te pho­to­vol­ta­i­sche Spit­zen­leis­tung im Jahr ver­dop­pelt.

Im Jahr 2009 wur­den rund 3.800 Mega­watt neue Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen instal­liert. Damit sind Anla­gen mit einer Leis­tung von ins­ge­samt rund 9.800 Mega­watt in Betrieb. Deut­sche Unter­neh­men sind tech­no­lo­gisch füh­rend, die Bran­che hat einen hohen Export­an­teil. Im Jahr 2009 wur­den nach ers­ten Schät­zun­gen in Deutsch­land rund 10 Mil­li­ar­den Euro in Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen inves­tiert. Bei einer wei­ter­hin dyna­mi­schen Markt­ent­wick­lung ist nach Ein­schät­zung des Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums in Deutsch­land bereits im Jahr 2013 die soge­nann­te Netz­pa­ri­tät zu erwar­ten. Dann lässt sich Solar­strom hier­zu­lan­de zu Kos­ten erzeu­gen, die dem Niveau her­kömm­li­cher Ver­brau­cher-Strom­ta­ri­fe ent­spre­chen.

Die­ser Ent­wick­lung soll die jetzt beschlos­se­ne Novel­le des EEG den Weg berei­ten, indem sie den Eigen­ver­brauch in Zukunft stär­ker för­dert: Pri­vat­haus­hal­te, die Solar­strom nicht ins Netz ein­spei­sen, son­dern selbst ver­brau­chen, sol­len künf­tig bis zu acht Cent pro Kilo­watt­stun­de gewin­nen. Auch das Gewer­be pro­fi­tiert davon, denn die­se Rege­lung wird auf Anla­gen bis 500 Kilo­watt, das ist etwa das Hun­dert­fa­che einer typi­schen Ein­fa­mi­li­en­haus-Dach­an­la­ge, aus­ge­dehnt. Die Eigen­ver­brauch-Rege­lung wird wich­ti­ge tech­ni­sche Inno­va­tio­nen, zum Bei­spiel im Bereich der Bat­te­rie­tech­nik, aus­lö­sen. In der Fol­ge wird der Strom­be­zug aus dem Netz redu­ziert und die­ses ent­las­tet. Das wie­der­um beschleu­nigt die Inte­gra­ti­on der erneu­er­ba­ren Ener­gien in das Strom­netz.

Frei­flä­chen­an­la­gen wer­den – ent­ge­gen der bis­he­ri­gen Rege­lung im EEG – auch nach dem 1. Janu­ar 2015 wei­ter geför­dert. Kon­ver­si­ons­flä­chen, die eine Ver­gü­tung nach dem EEG ermög­li­chen, umfas­sen jetzt zusätz­lich zu den Flä­chen aus wirt­schaft­li­cher oder mili­tä­ri­scher Nut­zung auch sol­che aus woh­nungs­bau­li­cher oder ver­kehr­li­cher Nut­zung. Frei­flä­chen­an­la­gen kön­nen jetzt auch inner­halb eines Strei­fens von 110 Metern vom Fahr­bahn­rand von Auto­bah­nen oder Schie­nen­we­gen geför­dert wer­den. Die Kate­go­rie der Acker­flä­chen ent­fällt ab dem 1. Juli 2010. Für Frei­flä­chen­an­la­gen, die bereits in der Pla­nung weit fort­ge­schrit­ten sind, ist eine Über­gangs­re­ge­lung vor­ge­se­hen.